US-Preisabsprachen: "Fälle stehen vor dem Abschluss"
Roche sieht Ertragsziele erreicht

Der Schweizer Pharmakonzern Roche meldet für dieses und das kommende Jahr hohe Wachstumsraten. Die offen Fälle in den USA von Vitamin-Preisabsprachen stünden vor dem Abschluss, so das Unternehmen.

HB/rtr/vwd/dpa BASEL. Die Roche Holding AG, Basel, rechnet für das kommende Jahr mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses. Für eine Prognose des Nettoergebnisses 2003 sei es jedoch noch zu früh, sagte Roche-Konzernchef Franz Humer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. "Wir haben das Budget für kommendes Jahr noch nicht zusammengestellt", sagte Humer. Es gebe viele Faktoren, die noch nicht feststünden, beispielsweise das Finanzergebnis und die Steuersätze. Die Prognose eines zweistelligen prozentualen Wachstums in den Sparten Pharmazeutika und Diagnostik bekräftigte der CEO.

Für das Gesamtjahr 2002 erwartet das Unternehmen ein Wachstum im "hohen einstelligen" Bereich. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres steigerte der Pharmakonzern den Umsatz um ein Prozent auf 19,2 Milliarden Franken (13,2 Mrd Euro), teilte Roche mit. Das Kerngeschäft Pharma und Diagnostics wuchs in lokalen Währungen um sieben Prozent. Der Roche-Konzern sieht seine Ertragsziele für das laufende Jahr erreicht.

"Das Umsatzwachstum werde von der Einführung von Pegasys und Fuzeon und der vollständigen Integration der Chugai Pharmaceutical Co begünstigt werden", sagte Humer weiter. Eine Erhöhung der Rückstellungen, die das Unternehmen für Zahlungen bezüglich des Vitamin-Kartells gebildet hat, könne er nicht ausschließen. "Wenn ich eine Kristallkugel hätte, würde ich diese Frage gern beantworten, ... doch ich kann mich jetzt nicht festlegen", so der Roche-CEO.

Das Hepatitis-C-Medikament "Pegasys" dürfte nach Ansicht von Roche im Oktober eine Genehmigung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten. Das Mittel habe auf den Märkten, auf denen es bereits eingeführt sei, einen soliden Marktanteil erreicht. So habe "Pegasys" in der Schweiz einen Marktanteil von 70 Prozent, auf dem US-Markt dürfte das Mittel in einigen Jahren 50 Prozent erzielen, sagt Humes. Für das Akne-Medikament "Accutane" sieht Humes auf dem US-Markt in diesem Jahr keine Gefahr durch Generika aufkommen. Das Medikament, eines der größten Umsatzbringer des schweizerischen Unternehmens, hat Anfang dieses Jahres seinen Patentschutz verloren.

Roche steht nach den Worten Humers vor dem Abschluss der noch offen Fälle in den USA von Vitamin-Preisabsprachen. Roche befinde sich weiter in Gesprächen mit den Klägern, sagte Humer der Agentur Reuters. "Ich hoffe, dass das allmählich hinter uns liegt," so Humer. Auf die Frage, ob eine weitere Erhöhung der Rückstellungen denkbar sei, sagte er: "Ich denke, wir können diese Tür bald schliessen. Ich kann zu diesem Zeitpunkt aber nicht verbindlich sagen, dass endgültig abgeschlossen ist." Zuvor hatte Roche mitgeteilt, dass Rückstellungen für die Vitaminfälle um 1,2 Milliarden sfr erhöht werden.

Roche hat zudem den Bereich Vitamine und Feinchemikalien Anfang September für 2,25 Milliarden Euro an die niederländische DSM verkauft und will die Transaktion im ersten Quartal 2003 abschließen.

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