US-Richter ordnet erstmals Rückrufaktion an
Ford muss in Kalifornien fast 2 Millionen Autos zurückrufen

Laut Aussage des Gerichts hat Ford seit fast 20 Jahren gewusst, dass fehlerhafte Zündungen in die Autos eingebaut worden seien und seine Kunden nicht gewarnt.

ap OAKLAND. Der Autohersteller Ford muss nach einem Gerichtsurteil vom Mittwoch in Kalifornien mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Richter Michael Ballachey erklärte, Ford habe seit fast 20 Jahren gewusst, dass fehlerhafte Zündungen in die Autos eingebaut worden seien und seine Kunden nicht gewarnt. In diesem Fall sei es um die Vertuschung eines gefährlichen Zustands gegangen. Das Urteil fiel auf Grund einer Sammelklage im Namen von 3,5 Mill. Kunden. Die Ankläger hatten erklärt, die Motoren ihrer Fahrzeuge seien oft ausgegangen, weil die Zündung falsch eingebaut worden sei und deshalb während der Fahrt heiß werde.

Es war das erste Mal, dass ein Richter in den Vereinigten Staaten eine Rückrufaktion anordnete. Dies übernehmen normalerweise Regierungsbehörden, doch Ballachey erklärte, er habe das Recht dazu. Die Unternehmensführung von Ford teilte diese Ansicht nicht. Außerdem sei die Aktion sinnlos, weil die Fahrzeuge intakt seien, hieß es in einer Stellungnahme. Ballachey erklärte, Ford habe die Behörden immer wieder getäuscht und ausgesagt, es gebe keine Probleme mit den Zündungen in den zwischen 1983 und 1995 gebauten Modellen. Ford habe in den gesamten USA etwa 23 Mill. Fahrzeuge mit defekter Zündung ausgeliefert. Ähnliche Sammelklagen drohen Ford in fünf weiteren Staaten.

Aus Unterlagen des Autoherstellers ging hervor, dass ein Ingenieur die Unternehmensführung vor den fehlerhaften Zündungen warnte und dies auch in Tests belegen konnte. Ein Umbau der Fahrzeuge hätten nach den Dokumenten etwa 4 $ pro Fahrzeug gekostet. Ford-Anwalt Richard Warmer erklärte, die Unterlagen in diesem Fall deuteten nicht auf ein Sicherheitsproblem hin. Nach Ansicht von Beobachtern wird die Rückrufaktion allein in Kalifornien Ford mindestens 125 Mill. $ kosten. Das Unternehmen hatte 1987 bereits 1,1 Millionen Autos wegen falsch eingebauter Zündungen in die Werkstätten gerufen.



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