US-Satellitenbetreiber greifen nach Eutel-Sat
Übernahmeschlacht im All bahnt sich an

Unter den Satellitenbetreibern bahnt sich eine Milliarden-Fusion an. Nach Informationen aus Branchenkreisen wollen die Nummern Zwei und Drei der Branche, die US Pan Am Sat Corp. -Anbieter und Intel Sat, unabhängig voneinander den europäischen Satellitenbetreiber Eutelsat übernehmen. Intelsat hat bereits ein feindliches Übernahmeangebot unterbreitet, das den Informationen nach bei rund 3,5 bis 4 Mrd. $ liegt.

sia NEW YORK. Durch die Fusion Eutelsats mit einem der beiden entstünde ein Branchenriese mit 38 Satelliten und einem Jahresumsatz von mehr als 1,5 Mrd. $. Dieser würde dem Branchenführer, der luxemburgischen SES, den Rang strittig machen. SES besitzt 29 Satelliten komplett und ist an 13 weiteren Satelliten beteiligt.

Nach der feindlichen Offerte Intelsats, die das Eutelsat-Management offenbar überraschte, erwarten Branchenbeobachter nun einen Kampf von Abwehrmanövern, Gegenangeboten und neuen Angeboten der drei Branchenführer und ihrer Investmentbanken. An wen Eutelsat auch fällt, werden die anderen beiden Großen mit weiteren Übernahmen oder Allianzen nachziehen.

Die Intelsat-Offerte, die vor rund einer Woche an mehrere EutelSat-Großaktonäre gegangen sein soll, soll den Kaufpreis je zur Hälfte in Bar und Aktien des fusionierten Unternehmens bieten. Unklar ist, ob über die 3,5 bis 4 Mrd. $ hinaus noch Schulden übernommen werden. Die PanAmSat-Gegenofferte ist den Informationen nach Ergebnis massiven Drucks der Eutelsat-Großaktionäre British Telecom (BT), France Telecom (FT) und einer Investorengruppe um die Investmentbank Lehman Brothers. Sie drängten das EutelSat-Management nach dem Erhalt der IntelSat-Offerte, bereits bestehende Sondierungsgespäche mit PanAmSat zu forcieren. BT, FT und Deutsche Telekom suchen schon seit Monaten Käufer für ihre Eutelsat-Anteile (insgesamt 41 %) und haben ein Interesse daran, dass ein zweiter Bieter den Preis antreibt.

Die jetzt erwartete Konsolidierung ist Branchenbeobachtern zufolge das Ergebnis rückläufiger Nachfrage nach Satelliten-Transmissionen. Nach dem Einbruch der Telekommunikations-Branche und Aktienmärkte hatten Intelsat und Eutelsat Pläne für einen Börsengang auf Eis legen müssen.

Weder Eutelsat, Intelsat noch PanAmSat wollten zu Übernahmevorhaben Stellung nehmen.

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