US-Senator Jeffords kehrt Republikanern den Rücken
Analyse: Progressiver Querdenker zieht die Konsequenzen

Der Schritt kommt nicht überraschend: James «Jim» Jeffords, der am Donnerstag die US-Republikaner verließ und damit den Demokraten die Mehrheit im US-Senat bescherte, gilt schon lange als eigenwilliger Freigeist und Querdenker.

afp WASHINGTON. Warum es ihn überhaupt so lange bei den Republikanern hielt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Denn der 67-jährige Politiker, der seit 1975 im Kongress sitzt, vertritt durch die Bank linkere Positionen als seine Fraktionskollegen. Die Politik des neuen Präsidenten George W. Bush scheint das Fass nun zum Überlaufen gebracht zu haben.

"Jeffords war schon immer ein republikanischer Rebell», analysiert Professor Eric Davis von der Universität Middlebury. «Beim Thema Abtreibung sowie in Umwelt- und Sozialfragen hat er immer fortschrittlichere Ansichten geäußert» als seine konservativeren republikanischen Kollegen. Von Anfang an lag Jeffords in zahlreichen Punkten über Kreuz mit der Politik von US-Präsident George W. Bush, beispielsweise im Hinblick auf die Steuer- und die Umweltpolitik. Schon in den 80er Jahren war der eigenwillige Senator der einzige Republikaner, der gegen die Steuersenkungen unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan stimmte. Vor drei Jahren gehörte er zu der Hand voll Republikaner, die gegen die Amtsenthebung von Präsident Bill Clinton wegen der Lewinsky-Affäre stimmten.

Mit Beginn seiner Kongresslaufbahn wurde Jeffords 1975 zunächst Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Im Jahr 1988 kandidierte er erfolgreich für den Senat und wurde seither bei zwei weiteren Wahlen bestätigt, zuletzt im November 2000. Das nächste Mal muss er sich erst im Jahr 2006 wieder dem Wählervotum stellen. Der 67-Jährige engagiert sich leidenschaftlich in Umwelt- und Sozialfragen. Bislang ist er Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit, Erziehung, Arbeit und Renten. Wohl zufällig vertritt Jeffords im US-Senat den Bundesstaat Vermont, der auch sonst als linksorientiert gilt. Beleg dafür ist etwa der Abgeordnete Bernie Sanders, der Vermont als Unabhängiger im Repräsentantenhaus vertritt und meist mit den Demokraten stimmt.

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