US-Soldaten bleiben länger
Rumsfeld zu Besuch im Irak erwartet

Das US-Militär soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld so lange im Irak bleiben, bis sich die Lage dort stabilisiert hat. "Es gibt für uns noch sehr viel zu tun", sagte er nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN. Amerikanische Soldaten nahmen unterdessen im Irak ein weiteres Mitglied des entmachteten Regimes von Saddam Hussein in Gewahrsam.

HB/dpa BAGDAD/WASHINGTON. Wie das US-Zentralkommando in Doha (Katar) am Sonntag mitteilte, handelt es sich um Hossam Mohammed Amin, ehemals Verbindungsmann zu den UN-Waffeninspekteuren und Nummer 49 auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker. Die Zahl der Opfer der Serie von Explosionen in einem Munitionsdepot nahe Bagdad war am Sonntag weiter unklar.

Rumsfeld sagte bei einem Zwischenstopp auf dem Weg an den Persischen Golf, die Aufgaben im Irak erforderten noch viel Aufmerksamkeit und Zeit. Es sei noch zu früh, um einen Sieg zu feiern. "Wir haben Menschen, die beschossen und verletzt werden." Rumsfeld wird auch im Irak erwartet, wo er sich bei den US-Soldaten für ihren Einsatz im Krieg bedanken will. US-Präsident George W. Bush will nach Angaben aus dem Weißen Haus am Donnerstag (1. Mai) bei einer Rede auf dem Flugzeugträger "Abraham Lincoln" das Ende der Kämpfe im Irak verkünden.

In Bagdad war die genaue Zahl der Explosions-Opfer auch 24 Stunden nach dem Vorfall am Sonntag noch immer nicht klar. Nach Angaben von Augenzeugen starben allein im Haus einer Familie acht Menschen, darunter mehrere Kinder, als mehrere Raketen aus dem Depot auf den Vorort Safranija niedergingen. Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zählten in zwei Kliniken sechs Tote und 50 Verletzte. "Möglicherweise sind aber nicht alle Getöteten ins Krankenhaus gebracht worden", sagte ein Sprecher am Sonntag in Genf. Über die Ursache der Explosionen gab es widersprüchliche Angaben.

Unterdessen schrieben die Amerikaner den Iraker Mohammed Mohsen el Subaidi, der sich in den ersten Tagen nach dem Sturz des alten Regimes zum Bürgermeister von Bagdad erklärt hatte, zur Fahndung aus. Das berichtete der von der US-Armee in Bagdad eingerichtete arabische Sender Informations-Radio. Der aus dem Exil zurückgekehrte Schiit Subaidi hatte behauptet, er sei von Stammesführern gewählt worden, handele und spreche im Auftrag des Irakischen Nationalkongresses (INC) und genieße die Unterstützung der Amerikaner.

An diesem Montag wollen Repräsentanten der beiden wichtigsten Kurdenparteien, des INC sowie von zwei weiteren Exil- Oppositionsgruppen an einem neuen Treffen von Regimegegnern in Bagdad teilnehmen. Ein Sprecher der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) erklärte in Bagdad, PUK-Chef Dschalal Talabani werde persönlich erscheinen. Bei den anderen Gruppierungen war zunächst unklar, wer an der Konferenz teilnimmt. Irakische Beobachter in Bagdad vermuten, dass sich einige Politiker noch zurückhalten, um später als "unverbrauchte Gesichter" um die Gunst der Bürger werben zu können.

Der Führer der wichtigsten schiitischen Gruppierung im Irak, Ajatollah Mohammed Bakr el Hakim, will am 1. Mai nach 23-jährigem Exil in Iran in seine Heimat zurückkehren. El Hakim führt den Hohen Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI) an. SCIRI- Gründungsmitglied Akram el Hakim wies unterdessen US-Befürchtungen zurück, die irakischen Schiiten strebten die Schaffung eines religiösen Staates nach iranischem Vorbild an. "Es wird im Irak keine islamistische Regierung geben", sagte er der spanischen Zeitung "El País" (Sonntag) am Rande eines Treffens irakischer Oppositionsparteien im Madrid. "Niemand im Irak möchte einen Gottesstaat", sagte Hakim.

Zwischen dem Saddam-Regime und dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden gab es nach Informationen der in London erscheinenden Zeitung "Sunday Telegraph" direkte Verbindungen. Reporter des Blattes fanden nach eigenen Angaben Geheimdienstunterlagen, die dies belegen. Die nach ihren Angaben im ausgebombten Hauptquartier des irakischen Geheimdienstes gefundenen Papiere von 1998 enthielten eine Einladung zum Besuch eines El-Kaida-Gesandten in der irakischen Hauptstadt. "Die Dokumente zeigen, dass es das Ziel des Treffens war, eine Beziehung zwischen Bagdad und El Kaida aufzubauen, gegründet auf den gemeinsamen Hass auf die USA und Saudi-Arabien", hieß es in dem Bericht.

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