US-Soldaten laut Oberbefehlshaber im Süden Afghanistans
US-Angriffe auf Dschalalabad

Einen Tag nach dem Einzug der Nordallianz in die afghanischen Hauptstadt Kabul hat die US-Luftwaffe erneut Angriffe auf die Taliban geflogen.

ap KABUL. Flugzeuge bombardierten Berichten der Nachrichtenagentur AIP zufolge während der Nacht zum Mittwoch den Flughafen und Militäreinrichtungen in der südafghanischen Stadt Dschalalabad sowie Stellungen bei Chost nahe der Grenze zu Pakistan. Ein Nordallianz-Kommandeur sprach von Aufständen im Süden des Landes gegen die Taliban.

Nach Angaben der Nordallianz-Befehlshaber wurden mittlerweile 3000 Soldaten in Kabul stationiert, um für Ordnung zu sorgen. Es handele sich nicht um eine Besetzung, hieß es weiter. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah, lud alle afghanischen Gruppen mit Ausnahme der Taliban ein, nach Kabul zu kommen, um dort über die Zukunft des Landes zu verhandeln.

Unterdessen legte der UN-Gesandte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, einen Zweijahresplan vor, in dem eine Übergangsregierung sowie eine multinationale Friedenstruppe vorgesehen ist. US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, dass die USA mit der Nordallianz in Kontakt stehe, um die Wahrung der Menschenrechte in den eroberten Gebieten sicher zu stellen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, eine kleine Zahl amerikanischer Soldaten halte sich in Kabul auf, die allerdings nicht in der Lage sei, etwaige Übergriffe zu verhindern. Das britische Verteidigungsministerium versetzte am Mittwoch mehrere tausend Soldaten für einen Einsatz in Afghanistan in Bereitschaft. Die Soldaten, die größtenteils noch in Großbritannien sind, sollen innerhalb der nächsten 48 Stunden einsatzbereit sein, hieß es. Sie sollen den Angaben zufolge nicht für Angriffe auf die Taliban eingesetzt, sondern als stabilisierende Kräfte in den Städten eingesetzt werden, die die Nordallianz in den vergangenen Tagen eingenommen hat. Einen Einsatzbefehl gebe es noch nicht. Man wolle lediglich auf die sich schnell ändernde Situation in Afghanistan reagieren können, teilte das Ministerium weiter mit. Bislang befinden sich bereits 200 Marinesoldaten in der Region, außerdem eine unbekannte Zahl Sondereinsatzkräfte.

Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, General Richard Myers, erklärte am Dienstag, die Herrschaft der Taliban sei nach den jüngsten Erfolgen der Nordallianz auf den Süden Afghanistans beschränkt. Aber auch dort seien sie wegen der US-Luftangriffe und einheimischer Widerstandsgruppen nicht sicher, sagte der Vorsitzende des gemeinsamen Generalstabs der Teilstreitkräfte. Auch US-Spezialtruppen seien im Süden stationiert, sagte Myers, ohne nähere Angaben zu machen.

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