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US-Spieleentwickler: Deutsche Spiele zu kompliziert

Die von Deutschen entwickelten Computer- und Videospiele sind nach Ansicht des US-Spieleentwicklers Bob Bates zu kompliziert. „Deutsche Spiele haben vor allem deshalb weltweit einen geringen Marktanteil, weil sie den Konsumenten zu viel abverlangen“, sagte der Experte in einem dpa-Gespräch.

dpa LEIPZIG. Die von Deutschen entwickelten Computer- und Videospiele sind nach Ansicht des US-Spieleentwicklers Bob Bates zu kompliziert. "Deutsche Spiele haben vor allem deshalb weltweit einen geringen Marktanteil, weil sie den Konsumenten zu viel abverlangen", sagte der Experte in einem dpa-Gespräch.

Es dauere zu lange, bis man die Spiele verstehe, sagte Bates am Rande des Entwicklungskongresses "GC - Developer-Conference" in Leipzig. Dort trat Bates als einer der Hauptreferenten auf.

In den USA würden die Kunden den Spielen nicht mehr als fünf Minuten Bewährungszeit geben. "Wenn sie dann das Spiel nicht verstanden haben und keinen Spaß haben, wird es nicht gekauft", sagte Bates. Der Spieleexperte stellte einen großen Mentalitätsunterschied zwischen Deutschland und den USA fest. "In Deutschland scheinen es die Leute gewohnt zu sein, sich viel Zeit zu nehmen, um sich in alles genau hineinzudenken und zu verstehen, in den USA wird eher einfach drauflos gespielt." Deutsche Spieleentwickler sollten bei aller Akribie und Liebe fürs letzte Detail den Spaß nicht vergessen, meinte Bates.

Dies ist für den Spiele-Fachmann auch ein Grund, weshalb in Deutschland, anders als im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA oder Japan, der Markt der PC-Spiele immer noch größer sei als der der Konsolenspiele. "Konsolen sind viel leichter zu handhaben, man verkabelt sie einfach mit dem Fernseher und kann loslegen", erklärte Bates. Wer sich allerdings einen PC kaufe, der mache wesentlich öfter die Erfahrung, dass dieser nicht sofort funktioniere.

Dennoch erwartet Bates in der Zukunft eine Angleichung. "Es wird auch in Deutschland und Europa so sein, dass auch noch mehr Erwachsene multimedial spielen werden." In den USA sei der Besitzer einer Spiele-Konsole durchschnittlich schon 25 Jahre alt. Dort seien Computerspiele längst als Freizeitvergnügen auch für Erwachsene akzeptiert. "Die Popularität und Akzeptanz dieser Form des Zeitvertreibs wird auch in Deutschland und Europa unter Erwachsenen immer populärer werden."

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