US-Strafzölle gegen Billigstahl-Stahlriese
LTV erwägt Gang zum Konkursrichter

Der große amerikanische Stahlkonzern LTV Corp. erwägt für Freitag einen Konkursantrag im Zuge des Kapitel Elf des US-Konkursrechtes in Youngstown im US-Bundesstaat Ohio. Ein solcher Antrag bietet temporären Gläubigerschutz und ermöglicht die Weiterführung der Geschäfte.

dpa CLEVELAND/WASHINGTON. Der LTV-Verwaltungsrat wollte noch am Donnerstag über einen solchen Schritt entscheiden, teilte der in Cleveland (Ohio) ansässige Stahlriese mit.

LTV-Chef William H. Bricker machte eine "illegale Flut" von ausländischem Stahl während der letzten zwei Jahre verantwortlich. Die gesamte amerikanische Stahlindustrie habe einen beispiellosen Kampf gegen Auslandsstahl geführt. 40 % des LTV-Geschäfts sei verloren gegangen. Die Preise seien auf das niedrigsten Niveau seit 20 Jahren gefallen.

Das Unternehmen hatte den Behörden auf lokaler, Landes- und Bundesebene mitgeteilt, dass LTV ohne zusätzliche Finanzierungen Gefahr laufe, seine Barreserven zu erschöpfen. Dies könne potenziell zu einer sofortigen Einstellung aller Operationen führen.

Ein Konkursverfahren im Zuge des Kapitel Elf sei ohne eine Durchsetzung der Handelsgesetze durch die Regierung die einzige Überlebenshoffnung. LTV könne dann eine niedrigere Kostenbasis erreichen und erfolgreich auf dem globalen Stahlmarkt konkurrieren.

LTV hatte 1999 rund 4,1 Mrd. $ ((8,6 Mrd. DM/4,4 Mrd. Euro) umgesetzt. Die Gesellschaft ist ein führender US-Hersteller von Flachwalzstahl und anderen Stahlprodukten.

Die USA haben Herstellern aus elf Ländern Strafzölle angedroht, weil sie Stahl zu Dumpingpreisen anbieten. Die internationale US-Handelskommission, die zuständige Aufsichtsbehörde, gab am Donnerstag in Washington einer entsprechenden Klage der amerikanischen Stahlindustrie statt.

Betroffen sind Lieferungen von Warmwalzstahl, zur Autoherstellung, von Haushaltsgeräten und anderen Stahlerzeugnissen aus Argentinien, China, Indonesien, Indien, Kasachstan, den Niederlanden, Rumänien, Südafrika, Taiwan, Thailand und der Ukraine.

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