US-Studios gelten als mögliche Interessenten
Premiere versendet Verkaufsprospekte

Der angeschlagene PayTV-Sender Premiere hat nach Angaben aus Unternehmenskreisen Verkaufsprospekte an rund 20 Interessenten verschickt. Das Informationsmaterial sei sowohl an potenzielle Käufer aus der Medienbranche als auch an strategische Interessenten gegangen, berichteten Kreise am Dienstag.

Reuters MÜNCHEN. Nun hätten die Adressaten zwei bis drei Wochen Zeit, die Unterlagen zu studieren, bevor sie ihre vorläufige Angebote formulieren sollten.

Ein Premiere-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Er wies aber einen Zeitungsbericht zurück, wonach die Investorensuche länger dauere als erwartet: "Wir liegen mit unserem Sanierungsplan und mit der Investorensuche in unserem selbst gesteckten Rahmen".

Bertelmann erteilt Absage

Premiere kämpft seit der Insolvenz der Muttergesellschaft Kirch PayTV ums Überleben und ist auf der Suche nach neuen Investoren. Als Interessenten gelten neben Finanzinvestoren auch US-Studios, die ihre Forderungen als Filmlieferanten gegenüber Premiere in Anteile umwandeln könnten. Auch Medienunternehmer Rupert Murdoch soll immer noch an einem Einstieg ins deutsche Bezahlfernsehen interessiert sein. Abgewunken hat dagegen der Bertelsmann-Konzern, der sich in den 90er Jahren aus dem PayTV-Geschäft zurückgezogen hatte.

Die Investorensuche wird bei Premiere vermutlich ähnlich wie bei der früheren Schwestergesellschaft Kirch Media ablaufen, bei der die Zahl der Interessenten, die Zugang zu einem detaillierten Zahlenmaterial erhalten, nach der Abgabe vorläufiger Angebote eingegrenzt worden war. "Bei uns ist das aber ein überschaubarerer Prozess", hieß es in Premiere-Kreisen. Bei Kirch Media haben sich diverse Konsortien von Interessenten zusammengeschlossen, die aber immer noch nicht fest gefügt sind.

Premiere sucht Investoren bis zum Herbst

Premiere-Chef Georg Kofler hatte im Juni erklärt, der Sender wolle bis zum Herbst neue Investoren finden, denn bis dahin könne sich Premiere noch mit einem gewährten Kredit von rund 100 Mill. Euro über Wasser halten.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete indes unter Berufung auf Unternehmenskreise, eine neue stabile Gesellschafterstruktur werde voraussichtlich erst zum Jahresende oder auch später zu Stande kommen. Dies könne Premiere in finanzielle Bedrängnis bringen, hieß es in der Zeitung. Ein Premiere-Sprecher sagte dagegen, der Sender liege bei der Investorensuche im Zeitplan. "Der Herbst ist lang", fügte er hinzu.

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