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US-Tabakindustrie weist Betrugsvorwurf im Milliardenprozess zurück

Im Milliardenprozess gegen die amerikanische Tabakindustrie haben die Beklagten den Vorwurf des Betrugs am Mittwoch zurückgewiesen. Die Tabakindustrie habe sich in der Vergangenheit zwar teilweise unverantwortlich benommen, räumte der Anwalt von Philip Morris, Theodore Wells, vor Gericht in Washington ein. Doch informierten die Tabakfirmen inzwischen seit Jahren unverblümt über die Gefahr des Rauchens.

dpa-afx WASHINGTON. Im Milliardenprozess gegen die amerikanische Tabakindustrie haben die Beklagten den Vorwurf des Betrugs am Mittwoch zurückgewiesen. Die Tabakindustrie habe sich in der Vergangenheit zwar teilweise unverantwortlich benommen, räumte der Anwalt von Philip Morris, Theodore Wells, vor Gericht in Washington ein. Doch informierten die Tabakfirmen inzwischen seit Jahren unverblümt über die Gefahr des Rauchens.

Anwalt William Newbold wies den Vorwurf zurück, die Tabakfirmen hätten die Öffentlichkeit mit der Einführung so genannter leichter Zigaretten bewusst in die Irre geführt. Zu dem Zeitpunkt hätten selbst Ärzte und Wissenschaftler Rauchern, die nicht aufhören konnten oder wollten, empfohlen, auf leichte Zigaretten umzusteigen. Dass diese genauso schädlich seien wie normale Zigaretten, sei damals nicht bekannt gewesen.

Das Justizministerium wirft den Firmen vor, die Öffentlichkeit 50 Jahre lang betrogen zu haben. Sie verlangt die Zahlung von 280 Mrd. $ (231 Mird Euro). Dabei handelt es sich um Profite aus der Vergangenheit, die nach Überzeugung der Regierung auf kriminelle Weise und damit illegal erworben wurden. Eine solche Zahlung würde die Firmen ruinieren, argumentiert die Industrie.

Richterin Gladys Kessler hatte vor dem Prozess deutlich gemacht, dass das Justizministerium nicht nur einen Verstoß gegen das Gesetz zum Kampf gegen die organisierte Kriminalität nachweisen muss, sondern auch, dass ähnliches Verhalten in Zukunft nicht auszuschließen sei. "Jeder der Beklagten sagt der amerikanischen Öffentlichkeit heute klar und deutlich, dass Rauchen gefährlich ist", sagte Anwalt Wells. Der Prozess dürfte sechs Monate dauern. Das Urteil fällt die Richterin ohne Geschworene.

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