US-Technologiebörse setzte mit 18-Monats-Tief Europas Börsen unter Druck
Europäische Börsen erholen sich nach Anfangsverlusten

Reuters LONDON. Die europäischen Börsen haben sich am Donnerstag Händlern zufolge aufgrund einer technischen Reaktion von ihren Anfangsverlusten erholt. Zur Eröffnung wurden die Aktien vom Kurseinbruch der US-Technologiebörse Nasdaq am Mittwoch unter Druck gesetzt. Sie war um 7,12 % auf 2 332,78 Punkte abgerutscht und hatte auf einem 18-Monats-Tief geschlossen. Belastet wurden vor allem die Telekommunikationswerte, auf die sich die nach US-Börsenschluss veröffentlichte Gewinnwarnung des Telefonkonzerns AT&T negativ auswirkte.

Der Dow Jones ging am Mittwoch mit einem Minus von 2,51 % bei 10 318,93 Zählern aus der Sitzung. Der Nasdaq - und der S&P-Future deuten mit einem Plus von 27 Punkten auf 2302 Zähler beziehungsweise 5,40 Punkten auf 1285,20 Zähler auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin.
Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fielen bis gegen 13.15 Uhr um 1,19 % auf 4468,70 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,78 % auf 4605,06 Punkte nachgab.

London - Nur noch knapp im Minus

An der Londoner Börse tendierten die Aktienwerte nach anfänglich schweren Verlusten gegen Mittag nur noch leicht im Minus. Der FTSE gab um 0,57 % auf 6 141,6 Punkte nach. Positive inländische Nachrichten würden im Tagesverlauf immer stärker in den Vordergrund treten. Angeführt wurden die Gewinner von Lasmo und Hepworth, die beide von Übernahmespekulationen profitierten. Die Aktien stiegen um 13,56 % auf 201 Pence beziehungsweise um 10,87 % auf 279-1/2 Pence. British Telecom büßten im Sog von AT&T 3,38 % auf 602-3/4 Pence ein.

Zürich - Uneinheitlich

Die Schweizer Börse präsentierte sich am Donnerstag uneinheitlich. Der SMI tendierte 0,63 % niedriger bei 7942,90 Zählern. Die US-Vorgaben belasteten zwar auch die Stimmung in Zürich, das weitere Abwärtspotenzial bleibe allerdings gering, sagten Händler. Die größten Verluste verbuchten dabei die Technologiewerte. SEZ verloren 3,18 % auf 760 sfr. Die Finanzbranche präsentierte sich unterdessen ohne klare Tendenz. UBS büßten 1,53 % auf 258 sfr ein, und Schweizer Rück stiegen um 0,99 % auf 3793 sfr.

Paris - Technologiewerte kurzzeitig im Plus

In Paris ist die Börse im Fahrwasser der Technolgiewerte nach anfänglichen Verlusten kurzzeitig in positives Territorium gedreht, berichteten Marktteilnehmer. Der CAC40 tendierte gegen Mittag 0,45 % niedriger bei 5740,27 Punkten. Alcatel und ST-Microelectronics legten nach anfänglichen deutlichen Verlusten ebenso deutlich zu, konnten diese Gewinne aber nicht halten. Die Aktien notierten unverändert bei 59,50 Euro beziehungsweise 0,65 % leichter bei 47,31 Euro. Canal Plus schieden zum Donnerstag im Rahmen ihrer Fusion mit Vivendi und Seagram aus dem CAC40 aus und büßten 3,13 % auf 3,71 Euro ein.

Mailand - Mib30 folgt Europa-Trend

Die italienischen Aktienwerte sind dem europäischen Vorgaben gefolgt, sagten Händler. Der Mib30 lag zuletzt 0,89 % im Minus bei 42 870 Punkten. Im Mittelpunkt des Interesses standen Eni, die als Reaktion auf die angekündigte Übernahme der britischen Lasmo knapp fünf Prozent niedriger eröffneten. Gegen Mittag erholte sich das Papier und tendierte 2,59 % niedriger bei 6,58 Euro. Große Verluste verbuchten unterdessen Bipop-Carire, die Händlerangaben zufolge unter Verkäufen einer ausländischen Adresse litten und um 10,21 % auf 6,93 Euro einbrachen.

Madrid - Deckungskäufe stützen

An der madrilenischen Börse konnten sich die Kurse Marktteilnehmern zufolge mit Hilfe von Deckungskäufen erholen. Der Ibex stieg um 0,22 % auf 8883,5 Zähler. Vor allem die Technologiewerte, die anfänglich starke Verluste hinnehmen mussten, meldeten sich zurück, hieß es. Terra Lycos stiegen nach einem Einbruch um über acht Prozent auf ein Jahrestief um 1,3 % auf 11,65 Euro. Das Schwergewicht Telefonica marktierte ebenfalls zunächst ein neues Jahrestief und tendierte gegen Mittag 0,57 % leichter bei 17,49 Euro.

Amsterdam - Technologie, Öl und Banken belasten

Die niederländischen Aktienwerte wurden von Technologie-, Erdöl- und Finanztiteln belastet, sagten Börsianer. Der AEX gab ein Prozent auf 617,61 Punkte nach. Während die Technologiewerte unter den Nasdaq-Vorgaben litten, setzten sinkende Rohöl-Preise Öl-Titel und enttäuschende Ergebnisse der US-Investmentbanken die Finanz-Aktien unter Druck, hieß es. Philips büßten 4,99 % auf 34,30 Euro, Royal Dutch 1,84 % auf 62,90 Euro und Aegon 0,36 % auf 43,92 Euro.

Wien - VA Tech nach Gewinnwarnung auf Allzeittief

Die österreichischen Aktienwerte tendierten im Sog der US-Vorgaben und der Verluste von VA Tech niedriger. Der ATX gab 1,29 % auf 1041,76 Zähler nach. Bei VA Tech zeigten sich die Börsianer von der veröffentlichten Gewinnwarnung sehr enttäuscht, nachdem das Unternehmen vor wenigen Wochen noch Optimismus verbreitet hatte. Die Aktie rutschte zeitweise auf ein neues Allzeittief ab und tendierte gegen Mittag 13,33 % niedriger bei 32,50 Euro. Im Sog der Nasdaq büßten Telekom Austria drei Prozent auf 6,79 Euro ein.

Brüssel - Bei geringen Umsätzen behauptet

In Brüssel haben sich die Aktien bei geringen Umsätzen behauptet, sagten Händler. Viele Anleger hätten sich aus den Titeln der Technologiebranche zurückgezogen und seien in den "sicheren Hafen" der traditionellen Branchen eingelaufen. Der Bel20 tendierte 0,14 % im Plus bei 2997,89 Punkten. Das Schwergewicht Fortis legte 1,25 % auf 34,12 Euro zu, während der Einzelhändler Delhaize sich um 3,41 % auf 51,60 Euro festigte.

Stockholm - OMX von Anfangsverlusten erholt

Die Stockholmer Börse konnte sich parallel zu ihren europäischen Pendants von ihren Anfangsverlusten erholen, sagten Marktteilnehmer. Der OMX lag gegen Mittag 0,67 % unter Vortagesschlussniveau bei 1040,68 Zählern. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia blieben unverändert bei 105 skr beziehungsweise stiegen um 0,73 % auf 413 skr. Telia setzten unterdessen ihre Talfahrt fort und gaben 1,9 % auf 51,50 skr ab.

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