US-Truppen treffen an Iraks Grenzen die letzten Vorbereitungen – Botschaften ziehen Personal aus Bagdad ab
Angriff auf Irak geht nur kurze Vorwarnzeit voraus

Die US-Truppen am Golf sind einsatzbereit, der Angriff auf den Irak kann nach einer Entscheidung des Uno-Sicherheitsrates sehr rasch beginnen. Der Krieg sei nur wenige Tage entfernt, hieß es am Donnerstag in diplomatischen Kreisen der Uno in New York.

an/tor/law NEW YORK/AMMAN. Und zwar unabhängig davon, ob die USA und Großbritannien eine Mehrheit für eine neue Resolution gewinnen, eine Niederlage erleiden oder ihren Entwurf zurückziehen. Allerdings geht man davon aus, dass es eine gewisse Vorwarnzeit geben wird.

24 Stunden Zeit benötige er, um nach einem Anruf von US-Präsident George W. Bush die Waffeninspekteure der Uno aus dem Irak auszufliegen, hatte Chefinspekteur Hans Blix angekündigt. Von einer Vorwarnzeit von 48 Stunden geht das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam aus, das für die deutsche ABC- Einheit verantwortlich ist, die im Rahmen des Antiterrorkampfes in Kuwait stationiert ist.

In Washington und New York wird spekuliert, dass Bush den kommenden Montag noch abwarten wird. Diesen Termin hatte die US-Administration in ihrem ersten Entwurf für eine neue Resolution als Ultimatum für die Abrüstung des Iraks gesetzt. Zudem rechnet man damit, dass der Präsident seine Entscheidung, auch ohne oder gar gegen ein klares Votum der Uno mit seiner "Koalition der Willigen" in den Krieg zu ziehen, zuvor in einer Fernsehansprache seinem Volk erklären wird.

Auch im Irak und in den Nachbarländern gehen die meisten Menschen inzwischen fest von einem Krieg aus. In Bagdad haben Spanien, Portugal, Thailand und Japan ihre Botschaften bereits geschlossen, alle anderen Länder bauen ihr Personal ab. Die Deutsche Botschaft ist jedoch nach wie vor besetzt. Die Uno-Waffeninspektoren gehen zwar weiter ihrer Arbeit nach, doch haben viele Mitarbeiter der Uno - Hilfsorganisationen den Irak bereits verlassen. Selbst in der jordanischen Hauptstadt Amman, die auch bei Vergeltungsaktionen Bagdads als relativ sicher gilt, hat eine Ausreisewelle der dort ansässigen Ausländer begonnen. Die Iraker selbst haben nur wenig Chancen, sich in Sicherheit zu bringen. Allenfalls einige reichere Irakis sind nach Jordanien oder Syrien gefahren; viele der rund fünf Millionen Bewohner Bagdads wollen jedoch aufs Land ausweichen. Gerüchte über Straßensperren, die die Menschen am Verlassen der Hauptstadt hindern sollen, werden von Mitarbeitern westlicher Nachrichtenagenturen dementiert. Die Mehrheit der Irakis legt Lebensmittelvorräte an oder richtet Kellerräume ein, um für die erwarteten Bombardements gerüstet zu sein.

Die mittlerweile rund 225 000 amerikanischen und 45 000 britischen Soldaten in der Region treffen unterdessen letzte Vorbereitungen. Allerdings steht die Erlaubnis Ankaras nach wie vor aus, türkischen Boden und Luftraum zu nutzen. In Kuwait wurden amerikanische und britische Truppen in die Nähe der Grenze verlegt und mit Munition versorgt, berichten Kriegsreporter amerikanischer Medien.

Am Donnerstag legte der Irak Beschwerde bei der Uno ein, weil kuwaitische Behörden an sieben Stellen den Grenzzaun zwischen Kuwait und der entmilitarisierten Zone im Südirak eingerissen hätten. Die Uno zog ihre Beobachter aus dem Südirak bereits am Mittwoch ab. "Auf irakischer Seite ist von uns niemand mehr", sagte ein Sprecher der Uno-Einheit. "Falls es losgeht, wollen wir nicht in der Falle sitzen."

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