US-U-Boot-Kollision vor Honolulu
Zivilisten hatten Kontrollposten auf dem US-U-Boot "Greeneville"

Zum Zeitpunkt der Kollision mit dem japanischen Fischereischulschiff waren zwei Kontrollposten mit Zivilisten besetzt. Das soll aber keinen Einfluss auf den Unfallhergang gehabt haben.

Reuters WASHINGTON/TOKIO. Zwei Kontrollposten des US-U-Boots "Greeneville" waren zum Zeitpunkt der Kollision mit einem japanischen Fischereischiff mit Zivilisten besetzt. Wie ein Sprecher der US-Marine am Dienstag in Honolulu sagte, gehörten sie zu 16 Zivilisten, die an einer Übungsfahrt des Boots teilgenommen hatten. Zuvor war aus Kreisen des US- Verteidigungsministeriums verlautet, zum Zeitpunkt des Unglücks sei ein Zivilist an einem Posten unter strenger Aufsicht gewesen. Dies sei nicht sonderlich ungewöhnlich und seine Anwesenheit habe keinen Einfluss auf den Unfallhergang gehabt. Seit dem Zusammenstoß der "Greeneville" mit der "Ehime Maru" am Samstag werden neun Japaner vermisst.

US-Tauchfahrzeug soll das das Wrack in der Tiefe untersuchen

Am Dienstag kam das unbemannte US-Tauchfahrzeug "Super Scorpio" in Hawaii an. Die etwa zwei Tonnen schwere Drohne soll in 548 Meter Tiefe nach dem Wrack der "Ehime Maru" suchen. Ein Marine-Sprecher sagte, es hänge von dem Zustand des Wracks ab, ob eine Bergung angestrebt werden könne. Die japanische Regierung sowie Angehörige der Opfer und Vermissten haben die US-Regierung zur Hebung des Schiffes aufgefordert. Ein anderer Sprecher wies Kritik zurück, die "Greeneville" habe vor dem Auftauchen nur ihr passives und nicht ihr aktives Sonar benutzt. Das aktive Sonar der "Greeneville" sei für die Suche nach Eisschollen in der Arktis konstruiert worden, sagte der Sprecher.

An der Unglücksstelle vor Hawaii setzten die Rettungsmannschaften ihre Suche nach den vermissten Japaner fort. Es galt als unwahrscheinlich, dass sie noch am Leben sein könnten. Von den 35 Menschen an Bord waren 26 gerettet worden. Warum die "Greeneville" bei einem Auftauchmanöver die "Ehime Maru" gerammt hatte, war weiter unklar. US-Präsident George W. Bush entschuldigte sich in einem Telefongespräch bei Japans Ministerpräsident Yoshiro Mori. Die USA müssten alles Notwendige tun, um die Leichen der Vermissten aus der "Ehime Maru" zu bergen, falls sie sich dort befinden sollten.

Japans Ministerpräsident Mori steht unter starkem Druck

Mori ist innenpolitisch unter starkem Druck geraten, weil er nach dem Bekanntwerden des Unglücks weiter Golf gespielt hatte. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete am Mittwoch, in Kreisen der Regierungskoalition werde ein Rücktritt Moris befürwortet. Ein Sprecher Moris kommentierte die Meldung nicht. Mori sollte sich am Mittwoch im Parlament in einer aktuellen Stunde den Fragen der Abgeordneten stellen.

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