US-Unterhaltungsgeschäft soll verkauft werden
Vivendi Universal kehrt Hollywood wohl Rücken zu

Der hoch verschuldete französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal ist nach eigenen Angaben bereit zum Verkauf seiner US-Unterhaltungssparte. Dies wäre das Aus für die noch jungen Hollywood-Aktivitäten des einstigen Wasserversorgers.

Reuters PARIS. Es sei illusorisch zu glauben, das US-Tochterunternehmen Vivendi Universal Entertainment könne von Paris aus geführt werden, sagte Firmenchef Jean-Rene Fourtou am Dienstag bei der Hauptversammlung in Paris. Es gebe Verkaufsgespräche mit mehreren Interessenten, sagte er weiter.

Nach Angaben Fourtous geht es um die Veräußerung der gesamten Sparte oder um Teile des Tochterunternehmens, zu dem die Universal Studios in Hollywood, Themenparks und Kabelsender gehören. Aus verhandlungsnahen Kreisen in London erfuhr Reuters, ein Verkauf werde nicht vor Juni erwartet. Bislang hatte Vivendi lediglich erklärt, dass es Interessenten für die Unterhaltungssparte gebe und das Unternehmen offen für Angebote sei. Auf ein Angebot des Ölmilliardärs Marvin Davis in Höhe von 15 Mrd. Dollar für das gesamte US-Geschäft hatte Vivendi kühl reagiert. Davis Angebot umfasste auch die Musiksparte Universal Music.

Fourtou zufolge hat Vivendi noch nicht entschieden, ob die Musiksparte ebenfalls verkauft werde. Der Weltmarktführer Universal Music, der nicht zu Vivendi Universal Entertainment gehört, gilt als wichtiger Teil des Vivendi-Konzerns. Aus Vivendi nahe stehenden Kreisen verlautete, das Unternehmen wolle Universal Music behalten, wenn die Branche ihre Probleme mit kostenlosen Musikbörsen im Internet in den Griff bekomme. Fourtou sagte dagegen, sowohl der Verkauf als auch das Festhalten an der Musiksparte berge Risiken.

Vivendi war vor drei Jahren durch die Fusion mit Universal vom Wasserversorger zum zweitgrößten Medienunternehmen der Welt aufgestiegen. Fourtous Vorgänger, Jean-Marie Messier, hatte den Konzern mit einer expansiven Einkaufstour an den Rand einer Liquiditätskrise gebracht. Die Schulden des Unternehmens beliefen sich Mitte vergangenen Jahres auf 20 Mrd. ?. Um sie abzubauen, plant das Unternehmen weitere Verkäufe. Fourtou sagte, er gehe davon aus, dass dadurch im laufenden Jahr möglicherweise mehr als die geplanten sieben Mrd. ? eingenommen werden könnten.

Der Umbau des Unternehmens wird nach den Worten von Fourtou noch ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Er werde sein Amt abgeben, sobald die Restrukturierung abgeschlossen sei, sagte Fourtou. Ein neues Management werde voraussichtlich Ende 2004 im Amt sein.

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