US-Unternehmen startet mit Glasfasernetzen in Europa
Metromedia baut Infrastruktur für breitbandiges Internet

Vor allem in den Städten fehlt es nach Meinung des Deutschland-Chefs von Metromedia an den Leitungen für die unbegrenzte Datenübertragung. Metromedia baut daher Glasfaser-Stadtnetze in 15 deutschen Großstädten auf.

HB BERLIN. E-Commerce braucht Glasfaser. Davon ist Ralf Kurbjuhn zutiefst überzeugt. Vor allem in den Städten fehlt es nach Meinung des Deutschland-Chefs der US Metromedia Fibre Networks Inc. -Firma an den Leitungen für die unbegrenzte Datenübertragung. Metromedia baut daher Glasfaser-Stadtnetze in 15 deutschen Großstädten auf. "Im Grunde bin ich jetzt mehr Bauunternehmer als Telekommunikationsanbieter", sagt Kurbjuhn, der früher Sales Manager bei Colt Telecom Deutschland war.

Metromedia ist das erste Unternehmen in Deutschland, das auf die Vermietung der nackten Glasfaserleitungen (dark fibre) in Städten setzt. Lediglich Gasline bietet bisher auf Fernstrecken Leitungen ohne zusätzliche Technik an. Kurbjuhns Kunden sollen denn auch vorrangig andere Telekomunternehmen, Internet Service Provider (ISP) und Großunternehmen sein, die dann selbst entscheiden, mit welcher Technik sie diese Infrastruktur nutzen wollen. Damit unterscheidet sich Metromedia deutlich beispielsweise vom Stadtnetzebetreiber Colt, der seine Glasfasernetze selbst betreibt und künftig seinen Kunden auch das Management ihrer Unternehmensnetze abnehmen will.

"Warum sollte nicht auch die Deutsche Telekom bei uns Kunde sein?" meint Kurbjuhn. In den Städten, so ist er überzeugt, fehle es noch überall an der Infrastruktur für breitbandige Daten- und Internetdienste. 500 Mill. DM investiert das an der Nasdaq notierte Mutterunternehmen in Deutschland und noch einmal so viel Geld im übrigen Europa. Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll sich die Investition refinanzieren.

Frankfurter Start-up SevenL ist erster Kunde in Deutschland

Umsatz macht das Unternehmen hierzulande in diesem Jahr noch wenig: Als erster Kunde hat Kurbjuhn das Frankfurter Start-up SevenL gewonnen, das in 40 Städten breitbandige Internetdienste auf Basis der DSL-Technik in den Ortsnetzen anbieten will. Als potenzielle Kunden sieht Kurbjuhn auch die UMTS-Netzebetreiber: Sie bräuchten schließlich hinter ihren Basisstationen dicke Leitungen für die Übertragung der Bewegtbilder.

Der US-Konzern Metromedia ist ein Konglomerat, zu dem unter anderem auch die Ponderosa-Steakkette gehört. Die Tochter Metromedia Fibre Networks ist in 51 US-Städten tätig. Zu dem Unternehmen gehört auch der Internet-Dienstleister Abovenet, über den in den USA 25 % des Internetverkehrs abgewickelt wird. Abovenet wird auch in Deutschland Serverräume für ISP und Großunternehmen einrichten, die wiederum mit Glasfaserleitungen von Metromedia verknüpft sind. Deutschland-Geschäftsführer Albrecht Kraas verspricht seinen Kunden permanent freie Leitungen.

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