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US-Verbrauchervertrauen auf Tiefstand von 1994

Das Vertrauen der Amerikaner in die Wirtschaft ihres Landes ist im Oktober stärker eingebrochen als von Analysten erwartet.

rtr WASHINGTON. Der Index des Verbrauchervertrauens sei auf 85,5 von revidiert 97,0 im September gefallen und habe damit den Tiefstand vom Februar 1994 erreicht, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 95,6 Punkte prognostiziert. "Entlassungen und steigende Arbeitslosigkeit signalisieren nicht, dass es bald eine Erholung beim Vertrauen gibt", sagte Lynn Franco vom Conference Board.

Volkswirte sehen im Rückgang des Verbrauchervertrauens ein Vorzeichen sinkender Konsumausgaben, die zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmachen. Viele Wirtschaftsforscher rechnen derzeit mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in den USA.

Dollar und Aktienmärkte reagierten mit Verlusten auf die Zahlen. Das Konjunkturbarometer ist schon den vierten Monat in Folge gesunken. Im September hatte das Stimmungsbarometer wegen der Anschläge vom 11. September mit einem Minus von 16,4 Punkten den stärksten Rückgang im Monatsvergleich seit Oktober 1990 verzeichnet. Der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan war dagegen im Oktober überraschend wieder gestiegen. "Dies ist ein ominöser Bericht - die Leute schätzen ihre wirtschaftlichen Aussichten wegen der vielen Entlassungen und der andauernden Terrorbedrohung eindeutig immer schlechter ein", sagte Dana Johnson von Banc One Capital Markets.

Nach Einschätzung von Tim O'Neill, Chefvolkswirt bei der Bank of Montreal/Harris Bank in Toronto, ist die Lage am Arbeitsmarkt der Schlüssel für die weitere Entwicklung der Wirtschaft. "Ein Anstieg der Arbeitslosenrate ist unvermeidbar", fügte er hinzu. Die US-Arbeitslosenquote betrug im September 4,9 % und wird nach Einschätzung von Volkswirten im Oktober auf 5,2 % steigen.

An den Finanzmärkten reagierten Aktien und Dollar mit Einbußen auf die Daten, die als Beleg für die Schwäche der US-Wirtschaft betrachtet wurden. Der Dow-Jones-Index der US-Standardwerte notierte gegen 17.15 Uhr MEZ 1,6 % im Minus. Der Euro baute seine Gewinne zum Dollar nach Veröffentlichung der Daten aus und markierte zeitweise ein neues Zweiwochenhoch knapp über 0,91 Dollar. An den Rentenmärkten in den USA und Europa stiegen die Kurse zum Teil kräftig an, weil die schwachen Konjunkturdaten Händlern zufolge die Wahrscheinlichkeit weiterer Leitzinssenkungen erhöhten.

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