US-Verbrauchervertrauen auf tiefstem Stand seit 1994
Dax fällt nach US-Konjunkturdaten stärker ins Minus

Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten haben am Dienstag Sorgen um die Entwicklung der US-Wirtschaft an den Aktienmärkten erneut aufkeimen lassen.

Reuters FRANKFURT. Ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener Index zum US-Verbrauchervertrauen drückte am Nachmittag sowohl den deutschen Markt als auch die Börsen in den USA tiefer in die Verlustzone. "Wenn so eine Meldung kommt, ist es nur ganz natürlich, dass der Markt einen Schlag bekommt", sagte ein Aktienhändler. Unter starkem Abgabedruck standen die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC), nachdem das Unternehmen Händlern zufolge mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte.

Der Dax weitete am späten Nachmittag nach Bekanntgabe der Daten zum US-Verbrauchervertrauen sein Minus aus und notierte bei 4 498 Punkten 3,5 % unter seinem Vortagesschluss. Die nächste Unterstützung sieht Stefan Buchholz, Aktienhändler bei der DZ Bank, bei 4 400 Punkten. Sollte der Index durch diese Marke brechen, könnte vielleicht die Linie bei 4 130 Zähler stützen. Am Neuen Markt fiel der Nemax-50-Index um mehr als 5 % auf 1 011 Punkte. Der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte um 2,2 % schwächer bei 4 095 Punkten. Auch in den USA präsentierten sich die Börsen schwächer. Der Technologieindex Nasdaq verlor nach rund 90 Handelsminuten 2,5 %, der Industriewerte-Index Dow Jones gab um 1,8 % nach.

Mittlerweile überwiege am Markt wieder die Sorge über die konjunkturelle Entwicklung, sagte Christian Schmidt, Händler bei der Helaba. "Der Markt hat zwar die Tiefstände seit dem 11. September wieder wett gemacht, aber seit den Anschlägen hat sich auch die wirtschaftliche Situation verschlechtert."

US-Verbrauchervertrauen auf tiefstem Stand seit 1994

Einen Beweis dafür lieferte der Index des Vertrauens der US-Bürger in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. "Das US-Verbrauchervertrauen ist ein Fiasko", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board hatte am Nachmittag berichtet, der Index sei im Oktober mit 85,5 nach revidiert 97,0 im September auf den tiefsten Stand seit Februar 1994 gefallen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 95,6 Punkte erwartet. Das Konjunkturbarometer ist damit den vierten Monat in Folge gesunken. "Es war klar, dass die Prognosen nicht erreicht werden, aber rund zehn Prozent weniger als erwartet ist extrem schlecht", fügte er hinzu.

Aktienhändler Buchholz äußerte indes sein Unverständnis über die nachgebenden Kurse am Markt. "Die Prognose von 95 Punkten war eine Frechheit und ich verstehe gar nicht, warum der Markt darauf reagiert." Damit habe man rechnen müssen.

Im Dax führten am Nachmittag die Aktien des Medizintechnikkonzerns Fresenius Medical Care mit einem Minus von mehr als 8 % auf 75,32 Euro die Verliererliste an. Die Gesellschaft hatte am Morgen ein unter Analystenerwartungen liegendes Quartalsergebnis vorgelegt und das Ergebnisziel für das Gesamtjahr gesenkt.

Unter Abgabedruck gerieten auch die Technologiewerte. Infineon verbuchten einen Abschlag von mehr als rund 8 % auf 15,50 Euro. Die Aktien von Siemens und Epcos gaben um 6,9 beziehungsweise 5 % nach. Daneben gehörten auch die Aktien der Telekom zu den deutlicheren Verlierern mit einem Abschlag von 5,8 %.

Die Titel des Chemiekonzerns Degussa fielen um mehr als 7 % auf 25,90 Euro, nachdem der Konzern am Morgen eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte.

Die Aktien von Metro stemmten sich gegen den Markttrend und gewannen 2,7 % auf 37,78 Euro. Händler sagten, Investoren würden im Vorfeld der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses kaufen, da man mit einer positiven Überraschung bei den Zahlen rechne.

Außerhalb des Dax zogen unter anderem die Titel des Reifenherstellers Continental das Interesse der Anleger auf sich. Nach einer Gewinnwarnung der Gesellschaft gaben die im M-Dax gelisteten Conti-Aktien um 4,5 % auf 11,17 Euro ab.

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