US-Verbrauchervertrauen bricht ein
Wall Street: Gute Stimmung ist weg

Die US-Börsen haben am Dienstag bei hohem Umsatz und volatilem Geschäft uneinheitlich geschlossen. Die Anleger hofften nach der Rallye vom Vortag zwar auf eine weitere Erholung der Kurse, seien jedoch vom unerwartet deutlichen Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im Juli enttäuscht, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel 0,37 Prozent niedriger auf 8680,03 Punkten, nachdem er zuvor bereits um rund 1,8 Prozent gesunken war. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen um 0,67 Prozent auf 1344,18 Zähler nach einem vorläufigen Tagestief bei 1313 Zählern. Der S&P-500-Index legte um 0,42 Prozent auf rund 902,78 Punkte zu, nachdem er zuvor bereits bis auf 884 Zähler nachgegeben hatte.

"Es ist nicht überraschend, dass wir einen Rückgang nach der Rallye sehen", sagte Alfred Kugel, Investment-Stratege bei Stein Roe Investment Counsel. "Ich habe ehrlich gesagt gedacht, es würde noch eher passieren." Die Anleger nutzten jedoch fallende Kurse wieder zum Einstieg, sagten Analysten. "Immer mehr Vermögensverwalter müssen ihre Gelder anlegen und spüren, dass sie vielleicht bereits den Einstieg zu den günstigsten Kursen verpasst haben könnten", sagte Matthew Ruane, Director of Listed Trading bei Gerard Klauer Mattison & Co. Inc.

Die Anleger seien an einigen ausgewählten Titeln der Bereiche Biotechnologie und Chipausrüstung interessiert gewesen, sagten Händler. Der Kurs des Biotechnologie-Unternehmens Amgen stieg um rund 3,3 Prozent auf 45,49 Dollar. Der Biotechnologie-Index der Nasdaq legte rund vier Prozent auf 511,73 Punkte zu. Die Titel des Chipausrüsters KLA Tencor rückten um rund 3,7 Prozent auf 40,34 Dollar vor. Der Halbleiter-Index der Philadelphia Stock Exchange stieg um rund 2,9 Prozent auf 346,46 Zähler.

Der Aktienkurs der US-Investmentbank Merrill Lynch erholte sich von Verlusten im frühen Geschäft und stieg um rund 0,7 Prozent auf 36,50 Dollar. Die Bank teilte mit, ihre "begrenzten Geschäfte" mit dem zusammengebrochenen Energiehändler Enron seien angemessen gewesen. Die Bank soll im Zusammenhang mit ihrer Rolle beim Enron-Zusammenbruch vom US-Kongress befragt werden.

Die Aktien des weltgrößten Herstellers von Glasfaserkabeln, Corning, brachen um rund 21,6 Prozent auf 2,47 Dollar ein. Die Ratingagenturen Moody's Investors Service und Standard & Poor's hatten die Bonitätsbewertungen für das Unternehmen am Montag auf "junk status" heruntergesetzt. Eine Erholung der Investitionen der Telekommunikations-Konzerne werde es voraussichtlich nicht vor 2003 geben, hieß es zur Begründung.

Der unerwartet deutliche Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im Juli hatte die US-Aktienbörsen belastet. Der Vertrauensindex war auf 97,1 (Juni 106,3) Punkte gefallen und damit wesentlich stärker als von Volkswirten mit 101,9 Punkten vorausgesagt. Dies habe die Hoffnung der Investoren auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur gedämpft, sagten Börsianer. "Es war in der Tat der Verbraucher, der die Wirtschaft gestützt hat und die Angst war: "Wird der Verbraucher durchhalten?'", sagte Michelle Clayman, Portfolio Manager bei New Amsterdam Partners.

Einige Aktienexperten warnten davor, die Kursrallye vom Vortag überzubewerten. "Jetzt, wo wir eine Basis für bessere Kurse haben, müssen wir abwarten, ob der Aufschwung nachhaltig ist", sagte Keith Janacek, Vice President Institutional Sales and Trading bei Legg Mason Wood

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,8 Milliarden Aktien den Besitzer. 1770 Werte legten zu, 1476 gaben nach und 168 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,70 Milliarden Aktien 1833 im Plus, 1566 im Minus und 13 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 102-6/32. Sie rentierten mit 4,59 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 7/32 auf 99-18/32 und hatten eine Rendite von 5,40 Prozent.

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