US-Verbrauchervertrauen konnte nicht stützen
Versicherer und Medienwerte schwach

Europas Aktienmärkte haben am Freitag belastet von Kursverlusten im Versicherungs- und Mediensektor überwiegend deutlich schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index verlor 1,3 Prozent auf rund 2 451 Punkte und fiel damit auf den tiefsten Stand seit rund sechs Wochen.

Reuters. Der besser als erwartet ausgefallene Index des US-Verbrauchervertrauens konnte den Märkten keine Unterstützung mehr verleihen. Die Zurückstufung des Kreditratings des niederländischen Versicherers Aegon durch Moody's belastete Versicherungswerte auf breiter Front, wobei die Aegon 5,5 Prozent einbüssten. Die von Exporten in die USA abhängigen Werte wie etwa Daimler-Chrysler oder LVMH litten unter der anhaltenden Dollarschwäche. Der Euro stieg zum Dollar im Verlauf auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Im Mediensektor trübte der negative Kommentar des britischen Verlegers Pearson zum Inseratemarkt die Stimmung. Pearson verloren 3,9 Prozent, während Havas in Paris 5,2 Prozent nachgaben.

LONDON: Die Londoner Aktienbörse schloss deutlich im Minus. Der FTSE 100-Index notierte 1,5 Prozent tiefer bei 3 878 Zählern. Schwächer tendierten vor allem Banktitel, was Händler mit Sorgen um Problemkredite und einer Abkühlung des überhitzten britischen Immobilienmarktes begründeten. Dabei büßten Barclays 4,3 Prozent und Royal Bank of Scotland 3,7 Prozent ein. Die Aktien des Finanzdienstleisters Amvescap sanken 7,5 Prozent. Zu markanten Kursverlusten kam es auch im Mediensektor, wo Pearson 3,9 Prozent nachgaben. Der Verlag hatte mitgeteilt, der Inseratemarkt zeige kein Anzeichen der Erholung.

ZÜRICH: Die Schweizer Aktien schlossen schwächer. Der SMI notierte 0,7 Prozent tiefer bei 4 848 Punkten. Vor allem Versicherungs- und einzelne Industriewerte belasteten den Markt. Kurz vor Schluss drehten ABB deutlich ins Plus. Ein Kläger-Vertreter sagte zu Reuters, dass eine Einigung im Fall der Asbest-Klagen gegen die amerikanische ABB-Tochter Combustion Engineering noch vor Jahresende möglich sei. David Austern, Rechtsvertreter der zukünftigen Kläger gemäß einer Vorabvereinbarung für Gläubigerschutz gemäss Chapter 11, konnte aber nicht sagen, ob die von ABB angebotenen 1,1 Mrd. Dollar ausreichen würden. ABB, die kurz vor Schluss noch über 2 Prozent im Minus lagen, stiegen daraufhin zeitweise fast 5 Prozent und schlossen noch 1,5 Prozent höher mit 4,85 sfr.

PARIS: Unter der Führung der Versicherer Axa und AGF hat die Pariser Börse auf dem niedrigsten Stand seit einem Monat geschlossen. Der CAC 40-Index ermäßigte sich 1,9 Prozent auf 3 077 Punkte. Im Wochenvergleich verlor der Index 3,4 Prozent. AGF verloren 6,2 Prozent und Axa gaben 2,6 Prozent ab. Beide Titel litten unter Befürchtungen, dass sinkende Aktienkurse die Portfolios der Versicherer beschädigen könnten. Unter den Standardwerten konnten lediglich Alcatel zulegen. Der Titel stieg 2,4 Prozent.

BENELUX: Die Aktienmärkte im Benelux schlossen belastet von Aegon und Omega deutlich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 2,2 Prozent auf 323 Punkte, während der Brüsseler Bel20-Index 1,4 Prozent auf 1961 Zähler nachgab. Die Zurückstufung des Kreditratings von Aegon durch Moody's drückte nach Händlerangaben verschiedene Finanztitel ins Minus, wobei Fortis rund 4 Prozent und ING 1,6 Prozent einbüßten. In Brüssel fiel das Papier des Pharmaunternehmens Omega über 10 Prozent.

MAILAND: Der Mib30-Index der Börse Mailand gab 1,4 Prozent auf 24 108 Zähler nach. Im Zentrum standen die Titel des krisengeschüttelten Autokonzerns Fiat, die nach einer Vorstandssitzung 2,2 Prozent tiefer schlossen. Paolo Fresco war als Vorsitzender bestätigt worden, während Alessandro Barberis zum CEO bestimmt wurde. Dies ändere nicht viel, sagte ein Händler. Zu den wenigen Kursgewinnern gehörten Seat Pagine Gialle mit plus 1,9 Prozent.

MADRID: In Madrid gab der Ibex 35-Index 2,1 Prozent auf 6 121 Zähler nach. Die Titel des Erdölkonzerns Repsol YPF büßten 3,8 Prozent ein, was Marktteilnehmer mit Sorgen um dessen Argentinien-Engagement begründeten. Unter Abgaben litten auch die Titel der Grossbanken Santander Central Hispano und BBVA, die 3,3 und 1,6 Prozent einbüßten.

STOCKHOLM: An den skandinavischen Börsen standen vor allem Forstwerte und Technologietitel unter Druck. Norske Skog führten den Abwärtstrend an, nachdem eine Investmentbank den Forstsektor zurückgestuft hatte. Der StoxxNordic-Index sank 2,5 Prozent auf rund 248 Zähler. Nokia notierten 2,2 Prozent schwächer. Ericsson legten dagegen 3,4 Prozent zu. Volvo verloren 1,3 Prozent nachdem die Deutsche Bank die Aktie auf "verkaufen" gestellt hatte.

WIEN: Erste Bank führte die Wiener Börse gegen den Trend ins Plus. Der ATX-Index stieg moderate 0,2 Prozent auf 1 132 Zähler. Erste Bank gewannen rund 2,5 Prozent. Teleom Austria büßten dagegen 1,6 Prozent ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%