US-Verbrauchervertrauen schlägt ein wie eine Bombe
Dax schließt von US-Daten belastet im Minus

Das unerwartet schlecht ausgefallene US-Verbrauchervertrauen hat dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag ein deutliches Minus beschert. "Wir sind wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen", sagte Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Reuters FRANKFURT. Nach den immensen Kursgewinnen von über 20 % in den vergangenen Wochen sei die Unterbewertung der Aktien weitgehend abgebaut, jetzt rückten die Konjunkturdaten wieder stärker ins Blickfeld.

Die größten Verluste am deutschen Aktienmarkt verbuchten die Automobil-, Banken- und Technologiewerte. Als einzige Dax-Titel konnten sich derweil die von Fresenius Medical Care (FMC) im Plus halten. Das Unternehmen hatte am Morgen Geschäftszahlen vorgelegt.

Dax schließt deutlich im Minus - Euro zieht an

Der Dax schloss am Dienstag 5,5 % tiefer bei 3 022,01 Zählern. Der Nebenwerte-Index MDax verlor lediglich 1,5 % auf 3 036,91 Punkte. Am Neuen Markt fiel derweil der Auswahlindex Nemax 50 um 3,5 % auf 416 Zähler.

An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland ein Prozent im Minus bei 8285 Stellen, während der Nasdaq-Index um 2,1 % auf 1289 Punkte nachgab.

US-Verbrauchervertrauen unerwartet stark gesunken

Den Angaben des Wirtschaftsforschungsinstitutes Conference Board zufolge fiel der Index des US-Verbrauchervertrauens im Oktober auf 79,4 Punkte von 93,7 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 89,7 Stellen gerechnet.

Mit so schlechten Zahlen habe niemand gerechnet, sagte der Händler Norbert Empting von Börsenmakler Schnigge. Daher hätten sich viele Anleger von ihren Papieren getrennt. Mit Blick auf die Aussichten der kommenden Tage fügte der Stratege Borghoff hinzu: "Wenn die nächsten Indikatoren wieder enttäuschen, sind wir anfällig für weitere Rückschläge." Am Donnerstag werden unter anderem das US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal und der Chicagoer Einkaufsmanagerindex bekannt gegeben.

FMC-Aktie nach Zahlen stark im Plus

Die Aktien von FMC bauten ihre Vortagesgewinne aus und stiegen um 4,2 % auf 31,20 Euro. "Die Zahlen waren gut und anders als zuletzt gab es keine negativen Überraschungen", kommentierte der Fondsmanager Markus Manns von Union Investment die Zahlen zum dritten Quartal. Der Dialyse-Spezialist hatte wie erwartet einen leichten Anstieg des Betriebsgewinns bekannt gegeben. "Es ist auch gut, dass sie ihre Ziele (für 2002) bekräftigt haben", ergänzte der Aktienhändler Martin Siegel von Sal. Oppenheim.

Die Titel von Infineon litten Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen und fielen um 12,5 % auf 9,32 Euro. Außerdem strich die Deutsche Bank die Aktien von ihrer Empfehlungsliste. Die übrigen Technologiewerte standen ebenfalls unter Druck. So verloren die Titel von Siemens 5,6 % auf 42,48 Euro.

Derweil rutschten die Papiere von Volkswagen um sechs Prozent auf 36,20 Euro ab. Zuvor hatte Reuters aus Unternehmenskreisen erfahren, dass der Absatz im September im Vorjahresvergleich zwar um fünf Prozent gestiegen sei, das Plus im Oktober aber voraussichtlich nur halb so hoch ausfallen werde.

Bankenwerte unter den größten Verlierern

Unter starkem Verkaufsdruck standen auch die Aktien der Deutschen Bank, die um 7,2 % auf 40,75 Euro nachgaben. "Es gibt offenbar Sorgen um die Neunmonatszahlen der Deutschen Bank am Donnerstag", sagte Bankenanalyst Konrad Becker von Merck Finck. Die Investmentbank Lehman Bros. hat inzwischen ihre Prognose für den Deutsche-Bank-Gewinn 2003 und das Kursziel gesenkt.

Mit einem Minus von 10,3 % auf 13,02 Euro waren die Papiere der HypoVereinsbank (HVB) die zweitgrößten Verlierer im Dax. Zuvor hatte die Investmentbank Merrill Lynch die Papiere der HVB, die in der Vorwoche einen unerwartet hohen Quartalsverlust bekannt gegeben hatte, zum Verkauf empfohlen.

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