US-Verbrauchervertrauen sinkt unerwartet stark
Wall Street dreht im späten Verlauf knapp ins Plus

Das Vertrauen der US-Bürger in die Wirtschaft ihres Landes ist auf den tiefsten Stand seit neun Jahren gerutscht. Die Veröffentlichung dieser Daten hat am Dienstag an den US-Aktienmärkten nach dem Handelsstart deutliche Kursverluste ausgelöst. Dann aber erholten sich die Notierungen wieder.

Reuters/dpa NEW YORK. Nach einem schwachen Start, in dessen Verlauf der Dow-Jones-Index der Standardwerte um zeitweise 1,4 % auf 8 250 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index 2,4 % auf 1283 Punkte und der breiter gefasste S&P-Index 2,1 % auf 871 Zähler verlor, erholten sich die Kurse wieder zum Handelsende.So blieb die Tagestendenz am Ende uneinheitlich.

Der Dow-Jones-Index erholte sich in der letzten Börsenstunde und lag am Schluss mit 8368,94 Punkten um 0,90 Zähler oder 0,01 % hauchdünn im Plus. Der S&P-500-Index gab um 7,45 Zähler oder 0,84 % auf 882,78 Punkte nach. Der NASDAQ-Index verlor 15,13 Zähler oder 1,15 % und ging mit 1300,70 Punkten aus dem Handel. Der Rentenmarkt wies kräftige Kursgewinne auf. Der Euro notierte mit 0,9837 Dollar gegenüber 0,9847 Dollar am Vortag.

Händlern zufolge löste der überraschende Vertrauensschwund anfänglich Befürchtungen aus, die Konjunkturerholung könne gefährdet sein. "Das ist keine gute Zahl", kommentierte Hugh Johnson, Investment-Stratege bei First Albany Corp, den Konjunkturindikator. Dies habe den Markt schwer getroffen, weil es den Schluss nahe lege, dass das vergleichsweise hohe Niveau der Verbraucherausgaben immer schwieriger zu halten sein könne, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Forschungsinstituts Conference Board fiel der Index des Verbrauchervertrauens im Oktober den fünften Monat in Folge auf nun 79,4 (September 93,7) Punkte und damit den tiefsten Stand seit November 1993. Analysten hatten einen deutlich geringeren Indexrückgang auf 89,7 Punkte vorausgesagt. Die Daten liefern Anlegern Aufschlüsse über die Entwicklung der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Zinssenkungen denkbar

Händlern zufolge warten die Investoren in dieser Woche auf weitere Informationen über die Lage der US-Konjunktur. So werden in die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal sowie zur Entwicklung des Arbeitsmarkts im Oktober erwartet. Enttäuschende Daten könnten den Weg für eine rasche Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) ebnen, sagten Analysten.

Der maßgebliche Zielsatz der US-Notenbank (Fed) für Tagesgeld liegt derzeit mit 1,75 % auf dem niedrigsten Niveau seit gut 40 Jahren, nachdem die Fed 2001 den Leitzins wegen der drastischen Konjunkturabkühlung in elf Schritten um insgesamt 475 Basispunkte gesenkt hatte.

In den Abwärtsstrudel an den US-Börsen gerieten British Petroleum (BP), die in New York 6,77 % auf 36,78 Dollar fielen. Zuvor hatte das Unternehmen zum dritten Mal seit September seine Öl- und Gas-Produktionsprognose für 2002 gesenkt und zugleich einen 13-prozentigen Rückgang seines Quartalsgewinns ausgewiesen. Auch die im Dow-Jones vertretenen Papiere des größten börsennotierten Ölkonzerns Exxon Mobil verloren mehr als vier Prozent auf 33,23 Dollar.

Aktien des Telekom-Unternehmens Qwest Communications verloren über acht Prozent auf 3,18 Dollar, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, das Ergebnis könnte durch Firmenwertabschreibungen mit 40,8 Milliarden Dollar belastet werden. Die Papiere des angeschlagene Pharma-Unternehmen ImClone Systems büßten mehr als zehn Prozent auf 7,18 Dollar ein, nachdem es in einem Bericht geheißen hatte, das Krebsmedikament Erbitux werde möglicherweise die Zulassung in Europa nicht erhalten.

Gegen den schwachen Markttrend legten die Aktien des Konsumgüterproduzenten Procter & Gamble um knapp vier Prozent auf 89,01 Dollar zu. Das Unternehmen hat den Gewinn im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres um 17 % und damit stärker als von Analysten erwartet gesteigert. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Milliarden Aktien den Besitzer. 1391 Werte legten zu, 1829 gaben nach und 190 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 1460 im Plus, 1757 im Minus und sieben unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-6/32 auf 103-15/32. Sie rentierten mit 3,942 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-12/32 auf 105-12/32 und hatten eine Rendite von 5,017 %.

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