US-Verbrauchervertrauen und Dell drücken Aktienkurse
Dax geht mit Verlusten aus dem Handel

Der Dax ging nahe seinem Tagestief mit einem Abschlag von 2,24 % auf 4 862 Zählern aus dem Handel, nachdem er vor Veröffentlichung der US-Daten um die Marke von 4950 Zählern gependelt war.

Reuters FRANKFURT. Der MDax für mittelgroße Werte schloss kaum verändert bei 4336 Punkten. Nach dem überraschenden Rückgang des US-Verbrauchervertrauens und fallenden Kursen an den Märkten in New York sind die Kurse an den deutschen Aktienmärkten zum Wochenschluss kräftig unter Druck geraten. Nach den zuletzt sehr guten Daten für die US-Wirtschaft bedeuteten die jüngsten Zahlen zum Verbrauchervertrauen einen Rückschlag, sagte ein Händler. Marktteilnehmer verwiesen zudem als Grund für die fallenden Kurse auf die verhaltene Branchenprognose des weltgrößten Computerkonzerns Dell, die vor allem Technologiewerte unter Druck gesetzt habe.

Der Universität Michigan zufolge ist der Index des Verbrauchervertrauens im Februar im Vergleich zum Vormonat auf 90,9 Punkte von 93,0 Punkten im Januar gesunken. Analysten hatten im Schnitt mit 93,4 Punkten gerechnet. Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust, zeigte sich von dem Rückgang indes weniger beunruhigt. "Die Aktionäre sind von dem Rückgang etwas geschockt und dann verkaufen sie, aber das ist nur eine schnelle Reaktion vor dem Wochenende", sagte er. "Für mich sind diese Zahlen etwas suspekt, da sie immer eine subjektive Einstellung widerspiegeln." An objektiven Daten, wie den kürzlich gestiegenen Einzelhandelsumsätzen könne man genau sehen, was die Verbraucher tun.

Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung für den starken Kursrutsch auch auf den am Montag bevorstehenden Feiertag in den USA. "Die Woche war eigentlich ganz gut", sagte ein Händler. Deshalb würden die meisten vor dem langen Wochenende ihre Positionen glattstellen, was zu fallenden Kursen führe.

Der Rückgang des Erwartungsindex auf 86,8 von 91,3 könnte nach Einschätzung von Fondsmanager Forde an den Skandalen um den Energiehändler Enron liegen. "Das waren die letzten Nachrichten, die die Leute gehört und im Fernsehen gesehen haben und solche Sachen können schon negativ beeinflussen." Der Rückgang bedeute aber nicht unbedingt, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA später einsetze.

Die Aktien der Telekom führten die Liste der Verlierer im Dax mit einem Abschlag von knapp vier Prozent auf 15,21 Euro an. Am Freitag endet die Frist des Bundeskartellamtes für Änderungsvorschläge des US-Konzerns Liberty Media zur ablehnenden Haltung der Kartellwächter beim angestrebten Kauf der Kabelsparte der Deutschen Telekom. Nach jüngsten Äußerungen des Liberty-Chefs John Malone will Liberty keine neuen Vorschläge unterbreiten. "

Deutliche Abschlägen gab es auch bei Technologiewerten. Siemens , Epcos und Infineon verloren bis zu 3,2 %.



Lufthansa -Titel büßten 1,6 % auf 17,20 Euro ein. Bei der am Freitag ausgelaufenen Urabstimmung unter den Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline hatten sich die Flugzeugführer den Angaben zufolge für Streiks als Möglichkeit zur Durchsetzung von Gehaltsanhebungen ausgesprochen.

Im MDax kletterten die Papiere des Baufinanzierers BHW Holding um mehr als 15 % auf 21,98 Euro. Zuvor war von dem Unternehmen auf die geplante Sekundär-Platzierung von BHW-Aktien mit Verweis auf die schwache Marktverfassung verzichtet worden. Händler sagten, der Kurs steige, weil viele Investoren im Vorfeld der Platzierung massiv mit geliehenen BHW-Aktien auf fallende Kurse spekuliert hatten. Nun müssten sie ihre Positionen glattstellen, um eigene Verluste zu begrenzen.

Am Neuen Markt zogen die Titel der Direktbank Consors gegen den Markttrend um 14,7 % auf 11,70 Euro an. Die "Welt" hatte zuvor unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, mindestens vier Interessenten hätten unverbindliche Übernahmeangeboten für Consors vorgelegt. Die Commerzbank bestätigt, ein Angebot vorgelegt zu haben.

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