US-Vermittler nach Gespräch mit Musharraf zuversichtlich
Pakistans Präsident bekräftigt Friedenswillen

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat zum Auftakt einer US-Vermittlungsmission im Kaschmir-Konflikt versichert, dass sein Land keinen Krieg beginnen werde. Das teilte der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Militärmachthaber in Islamabad mit.

WiWo/ap ISLAMABAD. Die Gefechte entlang der Waffenstillstandslinie flauten am Morgen zunächst ab. Am Nachmittag kam es jedoch wieder zu heftigen Schusswechseln, bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Armitage traf in der Krisenregion mit dem Auftrag von US-Präsident George W. Bush ein, Indien und Pakistan "zurück auf den Pfad der Diplomatie" zu bringen.

"Präsident Musharraf hat sehr klar gemacht, dass er den Frieden will, dass er nicht derjenige sein wird, der einen Krieg beginnt. Und ich werde dieselbe Versicherung morgen in Neu-Delhi anstreben", sagte der stellvertretende US-Außenminister. Bush hatte zuvor persönlich an die Regierungschefs Indiens und Pakistans appelliert, diplomatische Mittel für die Lösung des Kaschmir-Konflikts zu wählen.

Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, mitteilte, telefonierte Bush am Mittwoch nacheinander mit dem indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee und Musharraf. Er habe beide aufgefordert, "Maßnahmen zur Entspannung in der Region und zur Minderung der Kriegsgefahr zu ergreifen". Bush habe Musharraf gegenüber die Erwartung der USA bekräftigt, dass Pakistan zu seiner Zusage stehe, jegliche Unterstützung für den Terrorismus einzustellen. Zugleich habe er Indien aufgerufen, Schritte zur Deeskalation einzuleiten. Die erste versöhnliche Geste Indiens nach wochenlangem Säbelrasseln wurde von Pakistan zurückhaltend aufgenommen.

Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee hatte noch auf dem Asiengipfel in Almaty vorgeschlagen, die Waffenstillstandslinie von gemeinsamen Patrouillen kontrollieren zu lassen. So solle verhindert werden, dass muslimische Untergrundkämpfer in den indischen Teil des Himalaja-Gebiets eindringen und Anschläge verüben. Der pakistanische Informationsminister Nisar Memon sagte, der Vorschlag sei nicht neu und im "gegenwärtigen Zustand der pakistanisch-indischen Beziehungen" wohl nicht umsetzbar.

Andere pakistanische Regierungsvertreter ließen erkennen, dass sie eine stärkere UN-Beobachtertruppe bevorzugen würden. Bei erneuten Gefechten wurden laut pakistanischen Angaben am Donnerstag drei Menschen getötet, darunter zwei junge Mädchen. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Indien erklärte, bei den Kämpfen im Bezirk Punch, 160 Kilometer südlich von Muzaffarabad, sei ein indischer Zivilist verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei wurden auf der indischen Seite der umstrittenen Himalaja-Region mindestens acht Menschen erschossen, darunter ein ranghoher Kommandeur der pakistanischen Rebellenorganisation Harkat-ul Jehad-e-Islami. Die Außenminister der EU und von zehn asiatischen Ländern erörterten den Konflikt der beiden Atommächte in Madrid. Der spanische Außenminister Josep Piqué rief Indien und Pakistan auf, Friedensgespräche aufzunehmen und mit aller Kraft einen Atomkrieg zu vermeiden.

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