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US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan beruft neuen Chef

Der US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan hat aus der Zivilanklage des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer weitere Konsequenzen gezogen. Der zurückgetretene Unternehmenschef Jeffrey Greenberg wurde durch Michael Cherkasky ersetzt.

dpa-afx NEW YORK. Der US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan hat aus der Zivilanklage des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer weitere Konsequenzen gezogen. Der zurückgetretene Unternehmenschef Jeffrey Greenberg wurde durch Michael Cherkasky ersetzt. Gleichzeitig gab Marsh & Mclennan am Dienstagabend Änderungen seiner umstrittenen Geschäftspraktiken bekannt. Spitzer hatte zuvor Kompromissbereitschaft signalisiert und damit eine kräftige Kurserholung bei Versicherungsaktien ausgelöst.

Nach den Worten Cherkaskys hat das Unternehmen bisher auf Grund der Anklage nicht sehr viele Kunden verloren. Er strebe einen raschen Vergleich mit Spitzer an. Cherkasky, der früher einmal bei der Staatsanwaltschaft des Bezirks New York County, Vorgesetzter von Spitzer war, hatte sich bereits am Montag mit diesem getroffen.

Verzicht AUF Kontingent-Kommissionen

Marsh & Mclennan wird künftig auf die so genannten Kontingent-Kommissionen verzichten, die Auslöser für die Anklage waren. Mitarbeiter hatten nach Darstellung der Staatsanwaltschaft von Versicherungen Kommissionen erhalten, wenn sie diesen im Gegenzug bevorzugt Kunden vermittelten. Außerdem will die Gesellschaft den Kunden einige Kerngeschäftszahlen offenlegen. Dazu gehörten Umsatz und Gebühren, hieß es weiter.

Cherkasky kündigte zudem eine interne Untersuchung an, die noch vor Jahresende abgeschlossen werden soll. Nach ersten Erkenntnissen seien unlautere Geschäftspraktiken nur sehr begrenzt angewendet worden. Weitere Hinweise über ähnliche Vorfälle würden sofort an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Entschhädigung Noch Unklar

Kunden, die Opfer von Preisfixings wurden, sollen laut Cherkasky entschädigt werden. In Bezug auf eine mögliche Benachteiligung von Kunden auf Grund von Kontingent-Kommissionen gab sich der neue Unternehmenschef zurückhaltender. Diese Kommissionen seien jahrelang in der Branche üblich gewesen. Erst jetzt habe die Aufsichtsbehörde sie beanstandet. Es sei auch nicht klar, inwieweit Kunden dadurch geschädigt worden seien.

Spitzer hatte am Montag erklärt, eine strafrechtliche Verfolgung von Marsh & Mclennan sei "nicht notwendig". Es sei ausreichend, gegen einzelne Mitarbeiter strafrechtlich vorzugehen. Spitzer hatte außerdem eine drastische Veränderung der Geschäftsabläufe, eine neue Unternehmensführung, eine umfangreiche Untersuchung aller früheren Vergehen und die Garantie einer Entschädigung der Kunden gefordert.

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