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US-Vorgaben belasten Wachstumswerte

Der Neue Markt konnte sich am Montag nach Händlereinschätzung auf Grund der Vorgaben aus den USA nicht von seinen starken Verlusten der Vorwoche erholen und büßte zum Wochenauftakt abermals mehr als zwei Prozent ein.

Reuters FRANKFURT. "Der Markt starrt ausschließlich auf die USA", sagte ein Händler. Eigene Impulse könne derzeit keine Firma am deutschen Wachstumssegment setzen. Auch eine mögliche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch werde den Markt nicht nachhaltig beflügeln. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere der TelDaFax AG, die 35 Prozent auf 0,65 Euro zulegen konnten.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum frühen Nachmittag 2,13 Prozent auf 1503 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax 50 rutschte um 2,79 Prozent auf 1345 Zähler. Beide Indizes hatten am Freitag über zwei Prozent verloren. Im Verlauf der vergangenen Woche büßten beide Börsenbarometer über acht Prozent ihres Wertes ein.

Die US-Technologiebörse wird nach Händlereinschätzung voraussichtlich am Montag leichter eröffnen. Allerdings lag der Nasdaq-Future, der Anhaltspunkte auf die Eröffnungstendenz der amerikanischen Computerbörse liefert, am frühen Nachmittag unverändert gegenüber dem Vortag, nachdem er zuvor von über 30 Punkte leichter tendierte. Am Freitag hatte die Nasdaq 3,62 Prozent schwächer bei 1720 Punkten geschlossen. Der amerikanische Markt wie auch die Wachstumsbörse in Frankfurt wartet nach Händlereinschätzung gespannt auf die Quartalszahlen des Internet-Dienstleisters Yahoo! und des Telekommunikationskonzern Motorola, die in dieser Woche erwartet werden.

Die mögliche Zinssenkung der EZB anlässlich ihrer Ratssitzung am Mittwoch werde dem Aktienmarkt kaum Impulse geben können. "Eine Zinssenkung hat der Markt schon eingepreist", sagte ein Händler. Die meisten Marktteilnehmer rechneten mit einer Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte.

Im Mittelpunkt des Handels standen erneut die Papiere der von der Insolvenz bedrohten Teldafax AG, die um rund 37 Prozent auf 0,66 Euro stiegen. Am Mittag hatte MobilCom angekündigt, die Teldafax-Kunden bei einem guten Angebot übernehmen zu wollen. In der vergangenen Woche hatte Mobilcom ein Angebot zur Übernahme von 170.000 Teldafax-Kunden für 400 Millionen DM wegen des Preises angelehnt. Indessen fielen die Aktien der Mobilcom zeitweise um über zehn Prozent auf ein neues Jahrestief von 13,52 Euro. Ein Analyst sagte, möglicherweise habe der Markt das grundsätzliche Interesse von MobilCom an den Festnetzkunden von Teldafax negativ aufgenommen.

Die am Freitag eingebrochenen Titel der CAA AG legte am Montag zeitweise um rund 20 Prozent auf 3,60 Euro zu. Am Freitag hatte der Softwareanbieter mitgeteilt, die eigenen Umsatz- und Ergebnisplanungen für das Jahr 2000 voraussichtlich deutlich zu verfehlen. Die Aktien stürzten daraufhin um 76 Prozent ab.

Ein verhaltenes Börsendebüt gaben am Montag die Aktien der farmatic biotech energy AG. Die Papiere des Anbieters von Biokraftwerken stiegen auf dem Frankfurter Parkett bis zum frühen Nachmittag gegenüber ihrem Ausgabepreis von 17 Euro um 35 Cents auf 17,35 Euro. Zuvor waren die Papiere am unteren Ende der Bookbuildingspanne von 17 bis 21 Euro ausgegeben worden.

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