US-Vorwahlen
Clinton hofft auf die „Parteibonzen“

Es wird immer knapper: Nach vorläufigen Berechnungen trennen Clinton und Obama nur noch zwischen 20 und 30 Delegierte. Die morgigen Vorwahlen in drei weiteren US-Bundesstaaten werden damit entscheidend für die beiden demokratischen Bewerber. Demoskopen sehen Obama klar vor. Doch die Wählerstimmen könnten am Ende ihre Bedeutung verlieren.

HB WASHINGTON. Es war kein gutes Wochenende für Hillary Clinton: Die Senatorin verlor im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten fünf Abstimmungen hintereinander gegen ihren Rivalen Barack Obama. Weitere Niederlagen werden wohl folgen, wenn am Dienstag in Maryland, Virginia und Washington D.C. Vorwahlen stattfinden. Die beiden US-Staaten und der Hauptstadtbezirk treten damit in ein ungewohntes Rampenlicht.

Maryland, Virginia und Washington D.C. halten ihre Vorwahlen für gewöhnlich erst dann ab, wenn in beiden Parteien die Entscheidungen bereits gefallen sind. In diesem Jahr aber ist das Rennen bei den Demokraten völlig offen, bei denen Obama und Clinton um insgesamt 168 Delegiertenstimmen wetteifern. Maryland und Washington gelten traditionell als Hochburgen der Demokraten, während Virginia bei Präsidentenwahlen einst fest in der Hand der Republikaner war, heute jedoch umkämpft ist.

Beobachter rechnen mit einem starken Abschneiden Obamas in Washington, schließlich leben dort viele schwarze Wähler. Bürgermeister Adrian Fenty sprach sich schon vor Monaten für ihn als Kandidaten aus. In Virginia und Maryland lag der Senator nach Umfragen vom Sonntag mit 17, beziehungsweise 18 Prozentpunkten vor seiner Rivalin. Die Fehlerquote wurde mit fünf Prozentpunkten angegeben.

In Virginia müssen sich die Wähler nicht entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit registrieren lassen. Das könnte Obama helfen, der bei den unabhängigen Wählern gut ankommt. Es erschwert allerdings die Vorhersagen, besonders bei den jungen Wählern.

Maryland weist zwei große Wählerblöcke auf, Afroamerikaner und weiße Liberale, die in anderen Staaten mehrheitlich Obama unterstützten. Man könne sich nur schwer vorstellen, wie Clinton eine Basis für eine große Anzahl von Stimmen finden wolle, sagte der Meinungsforscher Keith Haller. Maryland habe damit das Potenzial, einer von Obamas besten Staaten zu werden. Clinton hat den Staat aber noch nicht aufgegeben. Sie sicherte sich die Unterstützung von Gouverneur Martin O'Malley und Senatorin Barbara Mikulski.

In Virginia geht es für die demokratischen Kandidaten um 83 Delegiertenstimmen, zumeist aus den bevölkerungsreichen Vororten Washingtons. Für Clinton sprach sich in dem Staat der Schriftstellerin John Grisham aus. Obama wird von Gouverneur Tim Kaine unterstützt, der als kommender Star der Demokraten gilt.

Seite 1:

Clinton hofft auf die „Parteibonzen“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%