US-Vorwahlen
Die Tücken von Michigan

In den USA steigt wieder die Spannung. Mit Michigan wird die nächste Vorwahl-Runde zur Präsidentschaftskandidatur eingeläutet. Der Bundestaat stellt die Republikaner auf eine besondere Probe. Demokrat Barack Obama kann Michigan dagegen getrost links liegen lassen.

DÜSSELDORF. Am Dienstag rückt Michigan bei den Vorwahlen über die US-Präsidentschaftskandidaten ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Bundesstaat ist kein einfaches Pflaster für die Bewerber. Er steht für die kriselnde US-Autoindustrie, hat mit mehr als sieben Prozent die landesweit höchste Arbeitslosenquote.

Aus der einstigen Boomtown Detroit, in der Henry Ford den Autobau am Fließband erfand, wurde ein Problemfall. Die Einwohnerzahl der Metropole sinkt seit Jahren drastisch. Wo einst Art-deco-Wolkenkratzer, prunkvolle Kaufhäuser, Kinos und Opernhäuser glänzten, stehen heute in Downtown noch immer ganze Häuserzeilen leer.

Im Wahlkampf geht es daher weniger um den Irak oder das marode US-Gesundheitssystem, sondern um Wirtschaft und Arbeitsplätze. Überzeugen wollen hier besonders die Republikaner – an erster Stelle Mitt Romney.

Romney hat seinen Fokus voll auf Michigan gelegt. Der frühere Gouverneur von Massachusetts hofft in Michigan auf seinen ersten Vorwahlsieg. Romney wurde 1947 in Detroit geboren, sein Vater war hier einst Gouverneur. Romney zog sogar TV-Kampagnen in South Carolina zurück, um mehr Ressourcen in Michigan einsetzen zu können.

Dabei attackierte Romney in den vergangenen Tagen vor allem Konkurrent John McCain, weil dieser im Senat gegen den Widerstand der US-Autoindustrie eine Verschärfung der Vorschriften zum Spritverbrauch befürwortet hatte. McCain hatte zudem in einer Wahlkampfveranstaltung erklärt, einige Jobs in Michigan seien für immer verloren. Er rief zu einem Strukturwandel auf, der neue Arbeitsplätze schaffen könne.

Trotz des Heimvorteils muss Romney weiter zittern. Laut Umfragen liegt John McCain weiter vorne. Bei der aktuellen Erhebung der "Washington Post" und des Fernsehsenders ABC sprachen sich 28 Prozent für McCain aus, eine weitere Umfrage der "New York Times" und des Senders CBS sah ihn sogar mit 33 Prozent in Führung.

McCain setzt in seinem Wirtschaftsproramm in erster Linie auf schnelle Steuersenkungen für die Mittelschicht: „Steuererleichterungen sind genau das, was die schwächelnde amerikanische Wirtschaft jetzt braucht. Sie helfen kurz- und auch langfristig“, sagte McCain in Michigan.

Der Auftrieb für McCain vor der Michigan-Entscheidung geht offenbar vor allem zu Lasten des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Rudolph Giuliani. Dieser setzt weiter ganz auf Siege in den großen Staaten wie Florida und Kalifornien. Iowa-Sieger Mike Huckabee hofft indes auch in Michigan auf die Unterstützung der konservativen Christen.

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