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US-Wahl: Bush oder Kerry - Börsianer wollen klares Ergebnis bei US-Wahl

Europas Börsianer hoffen auf eine schnelle und klare Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl am 2. November. "Das Börsenherz schlägt zwar eher republikanisch, also für den Amtsinhaber George W.

dpa-afx FRANKFURT. Europas Börsianer hoffen auf eine schnelle und klare Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl am 2. November. "Das Börsenherz schlägt zwar eher republikanisch, also für den Amtsinhaber George W. Bush, wichtiger sind aber klare Verhältnisse nach der Wahl", sagte Aktienstratege Klaus Stabel von der Wertpapierhandelsbank ICF Kursmakler in Frankfurt. Ein wochenlange Gezerre wie vor vier Jahren "würde hingegen Unsicherheit schüren und wäre daher Gift für die Börsen".

Nach Worten von Fidel Helmer, Leiter des Aktienhandels beim Bankhaus Hauck & Aufhäuser, wünschen die Aktienmärkte ein aussagekräftiges Ergebnis. "Wir wollen am Mittwoch einen klaren und eindeutigen Sieger sehen, ob dieser dann Bush oder Kerry heißt, ist eher sekundär", sagte Helmer. Bush und der Herausforderer der Demokraten, John Kerry, liefern sich Umfragen zufolge nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Hoffen AUF Eindeutiges Ergebnis

Ähnlich äußerte sich ein anderer Aktienhändler: "Hoffentlich gibt es einen eindeutigen Wahlausgang." Grundsätzlich dürfte das Ergebnis für die Börsen allerdings keine nachhaltigen Auswirkungen haben. "Wir werden schnell wieder zu unangenehmen Themen wie Ölpreis, Unternehmensergebnisse, Steuern, Irak und Terror zurückkommen." Ähnlich äußerte sich ein anderer Börsianer: "Ob Bush oder Kerry die Wahl gewinnt, ist ziemlich egal - Hauptsache die Unsicherheit ist aus dem Markt."

Die Fondsmanager von Cominvest würden gerne einen Wahlsieg des Amtsinhabers sehen. "Die meisten Analysten bevorzugen Bush, von dem eine konjunkturstützendere Haushaltspolitik erwartet wird." An den Märkten sei man sich jedoch einig, dass ein Sieg Kerrys höchstens zu kurzfristigen Abschlägen an den Märkten führen dürfte. "Das für die Börsenmärkte schlimmste Szenario wäre ein Wahlchaos wie vor vier Jahren", warnten die Experten.

Energie- und Rüstunswerte Profitieren VON Bush

Die Wahlen könnten laut Experten indes bestimmte Börsensektoren beeinflussen. Ein Bush-Wahlsieg würde wahrscheinlich Rüstungs-, Energie-, Pharma-, Auto- und Luxuswaren-Einzelhändlern zu Gute kommen. Bush setzt weiterhin auf einen Ausbau des Pentagon-Etats, und der Irak-Konflikt bedeutet weitere hohe Ausgaben Washingtons. Kerry dürfte bei den Rüstungsausgaben sparsamer vorgehen.

Der Energiesektor befindet sich dank der hohen Öl- und Erdgaspreise ebenfalls auf Höhenflug, und Bush ist der Branche erheblich besser gesonnen als Kerry. Dieser will alternative Energiequellen fördern. Die Ölkonzerne und Autohersteller befürchten unter Kerry verschärfte Treibstoffverbrauchsauflagen für Autos und andere Vorschriften Washingtons im Auto- und Energiesektor.

Kerry Könnte Biotechnologie-Aktien Beflügeln

Ein Einzug von Kerry ins Weiße Haus würde wahrscheinlich die teilweise stark gebeutelten Pharmawerte belasten. Er ist für härtere staatliche Maßnahmen gegen eskalierenden US-Medikamentenpreise und für die Zulassung von billigen Arzneimittelprodukten aus Kanada. Dagegen könnten Biotechnologiewerte durch Kerry profitieren, da er gegen staatliche Vorschriften in der Stammzellenforschung ist.

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