US-Wahl
Ein Land feiert ausgelassen seinen Sieger

Jubel, Gekreische, Freudentränen: Der Wahlabend hat die USA in eine einzige Party verwandelt. Abertausende standen dicht gedrängt an den Straßen, um Barack Obamas historischen Wahlsieg auf XXL-Leinwänden mitzuerleben. Manche konnten selbst nicht glauben, was da gerade passiert ist.

NEW YORK. Wer ins Weiße Haus will, muss am Rockefeller Center 16 Stockwerke hoch klettern. Vor dem Eingang des prominenten Büroturms feuern zwei Maskottchen ihre Chefs an - ein Elefant für den Republikaner McCain, ein Esel für den Widersacher Obama. New York ist, wie seit Jahren, fest in demokratischer Hand: Jedes Mal, wenn Barack Obama ein weiteres Stockwerk geschafft hat und das blaue Banner steil gen Himmel steigt, brandet riesiger Jubel von Tausenden Schaulustigen auf: „Yes, we can“, schreit die Meute.

Auf die Eislaufbahn des Rockefeller Plaza, der heute für einen Tag „Election Plaza“ heißt, ist die Landkarte der Vereinigten Staaten mit all ihren Bundesstaaten geritzt. Bald beginnt sich das Eis von der US-Ostküste aus blau zu färben, die roten Flecken McCains sind in der Unterzahl. Als Obama die besonders hart umkämpften Bundesstaaten Pennsylvania und Ohio erobert hat, führt der Esel Freudentänze auf und die Partygesellschaft stimmt mit ein: „Yes, we can - Yes, we can.“

Bankendebakel? Hauspreisverfall? Rezessionsangst? Die Wirtschaftskrise, die seit Wochen die Schlagzeilen dominiert, ist mit einem Mal weit, weit weg.

Kurz nach Bekanntgabe seines Wahlsieges tritt dann Obama in seiner Heimatstadt Chicago vor seine jubelnden Anhänger. Allein zur offiziellen Feier im Grant Central Park sind über 60 000 Menschen gekommen. Hunderttausende feierten in der ganzen Stadt mit. Junge und alte, schwarze und weiße Anhänger des demokratischen Politikers jubelten ihrem Kandidaten zu, vielen laufen Tränen der Rührung und der Freude über das Gesicht. Obama dankte den Wählern und ruft aus: „Der Wechsel ist in Amerika angekommen.“

In der Menge sind auch Prominente wie Brad Pitt und Oprah Winfrey und der Pfarrer und Politiker Jesse Jackson. Jackson, der sich selbst zwei Mal um die Kandidatur für das Präsidentenamt bewarb, strömen die Tränen über das Gesicht, als die Wahl Obamas verkündet wird. Sein Sohn Jesse Jackson Jr., der Abgeordneter im Repräsentantenhaus ist, spricht von einer „friedlichen Revolution“.

In New York hat der CNN den halben Times Square in Beschlag genommen – mit riesigen Leinwänden, Brezel- und Popcorn-Ständen. Auch die TV-Konkurrenz von ABC und Fox News ist hier mit großen Bildschirmen vertreten - Public Viewing im XXL-Format.

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