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US-Wahl entscheidet auch über neuen Höhenflug beim Goldpreis

Das bange Warten an den Goldmärkten kurz vor der Wahlentscheidung in den USA gilt nach Einschätzung von Experten nicht in erster Linie der Frage, ob Amtsinhaber George W. Bush oder der Herausforderer John Kerry das Rennen machen wird.

dpa-afx FRANKFURT. Das bange Warten an den Goldmärkten kurz vor der Wahlentscheidung in den USA gilt nach Einschätzung von Experten nicht in erster Linie der Frage, ob Amtsinhaber George W. Bush oder der Herausforderer John Kerry das Rennen machen wird. "Die enorme Spannung" gelte vielmehr einer möglichen Wiederholung der Patt-Situation von vor vier Jahren und einem neuen Höhenflug beim Goldpreis, sagte Rohstoffexperte Christoph Eibl von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Eine neuerliche Hängepartie bis zur Entscheidung über den künftigen US-Präsidenten sei "extrem schlecht" für den Dollar, sagte Eibl. Die Dollarschwäche ist nach Einschätzung von Experten der "Treibstoff für eine Goldrallye". Erst am 25. Oktober sorgte die Kursschwäche der US-Währung beim Goldpreis für ein Rekordhoch bei 429 Dollar. Am Tag der Wahlentscheidung notierte der Preis für eine Unze in London bei 425,20 Dollar.

DER Dollar IST DER Schlüssel FÜR DEN Goldpreis

"Der Dollar ist der Schlüssel für den Goldpreis. Für die weitere Entwicklung hängt alles von der US-Währung ab". sagte Rohstoffexperte Wolfgang Wilke von der Dresdner Bank. An den Rohstoffmärkten ist der Dollar die gängige Währung für den Handel mit dem Edelmetall. Sollte nach der Wahlnacht mit einem weiter fallenden Dollar beim Goldpreis die Marke von 430 Dollar nach oben durchbrochen werden, könnte die Feinunze nach Einschätzung von Wilke bis zum Jahresende auf 450 Dollar klettern.

Ein Wahlsieg des Herausforderers Kerry würde allerdings nach Einschätzung des Dresdner Kleinwort Wasserstein Experten einen fallenden Goldpreis zur Folge haben. "Dann kann der Preis für die Feinunze durchaus um zehn Dollar sinken", sagte Eibl. Bei einem Wahlsieg des Amtsinhabers Bush würde es dagegen nicht nur politisch wenig Veränderungen geben. "Dann dürfte sich auch der Goldpreis erst einmal seitwärts bewegen".

Sorge VOR DEM US-Haushaltsdefizit

Während der Amtszeit von George W. Bush hatte der Goldpreis allerdings eine eindrucksvolle Kursentwicklung hingelegt. Im April 2001 notierte die Feinunze noch bei 257 Dollar. Das aufgeblähte Haushaltsdefizit schürte nach Einschätzung von Experten die Inflationsgefahr in den Vereinigten Staaten. Vor allem Großinvestoren hätten in den vergangenen Jahren zunehmend in Gold investiert.

Außerdem verfolgen die Anleger akribisch jede Äußerung von Vertretern der asiatischen Notenbanken. Alleine in Japan taxieren Experten die Währungsreserven des Landes auf 800 Mrd. Dollar. Im Gegensatz zu europäischen Notenbanken verfügen die asiatischen Zentralbanken nur über sehr geringe Goldreserven.

Rohstoffexperte Carsten Roemheld von Adig Investmentfonds rechnet bei den asiatischen Notenbanken fest mit einem Umschichten von Dollarreserven in Goldbestände. Zusammen mit der Sorge der Anleger über eine weitere Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft sorge das "für eine mittelfristig bessere Tendenz beim Goldpreis". Bis zum Jahresende erwartet auch Roemheld einen Preis je Feinunze bei 450 Dollar.

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