Archiv
US-Wahl Finanzmärkte halten vor Präsidentschaftswahl Atem an

Wenige Stunden vor dem Ende der Präsidentschaftswahl in den USA halten die Finanzmärkte den Atem an. Die Kurse an den Anleihen-, Devisen- oder Goldmärkten dürften dabei weniger von der Frage bewegt werden, ob Amtsinhaber George W. Bush oder Herausforderer John Kerry das Rennen macht.

dpa-afx FRANKFURT. Wenige Stunden vor dem Ende der Präsidentschaftswahl in den USA halten die Finanzmärkte den Atem an. Die Kurse an den Anleihen-, Devisen- oder Goldmärkten dürften dabei weniger von der Frage bewegt werden, ob Amtsinhaber George W. Bush oder Herausforderer John Kerry das Rennen macht. Anleger fürchten sich in erster Linie vor einem Wahlchaos wie vor vier Jahren, das schwere Turbulenzen an den Märkten nach sich ziehen könnte.

Börsianer hoffen deshalb auf eine schnelle und klare Entscheidung bei der mit größter Spannung erwarteten Wahl. "Das Börsenherz schlägt zwar eher republikanisch, also für den Amtsinhaber, wichtiger sind aber klare Verhältnisse nach der Wahl", sagte Aktienstratege Klaus Stabel von der Wertpapierhandelsbank ICF Kursmakler in Frankfurt. Ein wochenlanges Gezerre wie vor vier Jahren "würde hingegen Unsicherheit schüren und wäre daher Gift für die Börsen".

Festverzinsliche Profitiern VON Kerry

Von einer Wahl des Demokraten Kerry dürfte nach Einschätzung von Volkswirten vor allem der Anleihenmarkt profitieren. Kerry wird eher zugetraut, das riesige Staatsdefizit der Vereinigten Staaten zu stopfen. Das würde den Finanzierungsbedarf des Staates entlasten und damit den Markt für Staatsanleihen entlasten.

Der Dollar dürfte angesichts der hohen Defizite in Staatshaushalt und Außenhandel unter Druck bleiben. Keiner der beiden Kandidaten ist nach Einschätzung von Folker Hellmeyer, Devisenexperte von der Bremer Landesbank, zum Abbau der strukturellen Defizite bereit. Im Falle eines Bush-Sieges dürften "unveränderte Politikansätze dominieren" und die Dollar-Schwäche anhalten. "Siegt John Kerry, stellt sich die Situation aber ebenso negativ dar", sagte Hellmeyer. Dessen Programm biete keine nachhaltigen Ansätze, um die strukturellen Defizite der USA zu neutralisieren.

Dollar Unter Druck

Stark unter Druck dürfte der Dollar bei einem Wahlchaos mit wochenlanger Hängepartie wie vor vier Jahren kommen, erwartet Carsten Fritsch, Devisenexperte bei der Commerzbank. Damals sei der Dollar abgewertet worden. Erst drei Monate nach der Wahlentscheidung durch den Obersten Gerichtshof habe der Dollar dieser Verluste wieder aufgeholt. Die Auswirkungen könnten dieses Mal noch zeitnäher und ausgeprägter sein, da der Dollar sich in einem Abwärtstrend befinde, sagte Fritsch.

Ein unklarer Wahlausgang mit wochenlangem juristischem Tauziehen würde aber auch Sieger kennen. Begünstig werden dürften vor allem die als "sichere Häfen" bekannte Anlageformen wie Anleihen und Gold.

Rohölpreis Dürfte BEI Kerry-Sieg Sinken

Der Rohölpreis dürfte nach Einschätzung von Händler bei einem Sieg Kerrys sinken. Kerry sei eher als George W. Bush bereit, die strategischen Ölreserven der USA anzuzapfen und damit den hohen Ölpreisen entgegenzuwirken. Bereits am Wahltag ist der Rohölpreis unter Druck geraten und in New York unter 50 Dollar gesunken. Dies entspricht nach Medienberichten dem allgemeinen Marktkonsens, demzufolge zumindest die Öl-Händler mit einem Sieg Karrys rechnen./js/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%