US-Wahl im Internet
„Baracky“ boxt sich zum Sieg

Der „San Fransisco Chronicle“ zweifelt daran, dass die Niederlage Obama aus der Bahn wirft: „Mit ihrem Sieg in Pennsylvania hat sich die Senatorin Clinton den sechstgrößten Bundesstaat der Union geholt – und damit noch einen Namen für ihre imponierende Liste: Kalifornien, Ohio, Massachusetts, New York, Texas, New Jersey…“ Doch das sei genau den Demokraten, die für ihre Nominierung ausschlaggebend sein könnten, offenbar egal. Die „Los Angeles Times“ schließt sich dieser Anaylse an: Obama verfüge insgesamt immer noch über mehr Stimmen als Clinton und genieße so einen deutlichen Vorteil.

Die „Los Angeles Times“ führt zudem Clintons erhebliche finanzielle Probleme an. Bei der New Yorker Senatorin ist die Wahlkampfkasse bekanntlich nicht prall gefüllt. Obama hat derzeit fünfmal so viel Geld für die Schlussphase des Vorwahlkampfs zur Verfügung wie Clinton. Obama hat allein im März mehr als 41 Millionen Dollar eingenommen, Clinton nur 20 Millionen Dollar.

Dagegen hält das Weblog „Politico.com“ die Geldfrage eher für unwichtig: Trotz Geldnot habe Clinton in Pennsylvania gewinnen können. „Dank derselben weißen Frauen und Männer aus der Arbeiterschicht, die ihr im letzten Monat zum Sieg in Ohio verholfen haben und damit ihre Kandidatur wieder ins Leben riefen. Die demographischen Tatsachen, die das Rennen bislang bestimmt haben, sind immer noch dieselben.“

Besonders bitter könnte es werden, wenn Obama der Verlierer sein sollte, Clinton auf dem Parteitag in Denver Ende August nur mit Hilfe der Superdelegierten - also der Funktionäre und Amtsträger - gewinnt, obwohl der junge Senator insgesamt mehr Stimmen bei den Vorwahlen gewonnen hat. Dieses Szenario bleibt nach der Wahl in Pennsylvania weiter realistisch. „McCain kann sich nun zurücklehnen und sich des Spektakels der Demokraten erfreuen, die sich in den kommenden Wochen weiter gegenseitig zerfleischen“, kommentierte die konservative „Washington Times“ genüsslich.

Für die Blogger auf „My Direct Democracy“ ist indes die eigentliche Geschichte des Vorwahltages, dass das Umfrageinstitut „Public Policy Polling“ bei den Pennsylvania-Prognosen deutlich daneben lag. PPP hatte einen knappen Sieg von drei Prozent vorhergesagt. Schließlich waren es zehn Prozent. Schadenfroh zitiert „My Direct Democracy“ folgende Aussage: „Bitte uns nicht anmailen, um zu sagen, dass wir Mist gebaut haben. Das wissen wir schon. Und es tut weh.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%