US-Wahl
Obama treibt McCain vor sich her

Die Umfragen geben Barack Obama drei Tage vor der Präsidentschaftswahl einen deutlichen Vorsprung. Doch nur die wirklich abgegebenen Stimmen zählen – und daher kämpfen der Demokrat und sein republikanischer Gegner John McCain auf den letzten Metern um jeden Bundesstaat. Eine Reportage aus Indiana, einem eigentlich republikanischen Bundesstaat.

HIGHLAND INDIANA. Highland ist ein typisch widersprüchliches amerikanisches Nest mit zugemallten Ausfallstraßen und heimeligen Wohngegenden im Nordwesten von Indiana. Eigentlich befindet sich der Bundesstaat fest in der Hand der Republikaner. Doch jetzt macht Barack Obama ihn John McCain streitig. Der Demokrat hat sich angekündigt – und rund 20 000 Menschen stehen stundenlang an. Schwarz und weiß, alt und jung, lassen Sicherheitskontrollen wie am Flughafen gut gelaunt über sich ergehen.

Schon in der Warteschlange werden sie agitiert. Nach einer Litanei, welche Gegenstände man nicht mit auf das Veranstaltungsgelände bringen darf, feuert die 50jährige Helferin die Schlange an: "Noch vier Tage, wir brauchen Eure Hilfen, wenn wir Indiana blau machen wollen."

Darum geht es: Indiana, das seit 1964 immer für einen republikanischen Präsidenten gestimmt hat, wo George W. Bushs vor vier Jahren noch 60 Prozent der Stimmen gegen John Kerry gewann und wo die Weißen 88 Prozent der Bevölkerung stellen. Dort soll auf der Ergebniskarte nicht mehr rot (Republikaner) sondern blau erscheinen (Demokraten). Das mag so verwegen klingen wie Obamas Kampf gegen Hillary im Januar, aber inzwischen ist es nicht mehr ausgeschlossen, die Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen an.

Sollte aber John McCain Indiana verlieren, verliert er auch seine letzte Chance auf das Weiße Haus. Obama hingegen, der laut Umfragen bei den Wahlmännern derzeit fast uneinholbar weit vorne liegt, kann hier auf eigentlich feindlichem Gebiet seine Stärke demonstrieren. Nach der letzten CNN-Prognose hat McCain North Dakota gerade wieder verloren und selbst in Arizona, McCains Heimatstaat, gehen die Demokraten in die Offensive.

Bei der Verteilung der entscheidenden Wahlmännerstimmen liegt Obama bei CNN derzeit mit 291 Stimmen in Führung, McCain kommt auf 160. 87 Wahlmänner sind noch unentschieden. Wer am kommenden Dienstag mindestens 269 Wahlmänner erobert zieht als 44. Präsident in das Weiße Haus ein. Barack Obama ist derzeit der klare Favorit, John McCain der Außenseiter.

Seite 1:

Obama treibt McCain vor sich her

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%