US-Wahl
Obama verkürzt den Abstand bei „Superdelegierten“

Bei der Auswahl des US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten nehmen die Superdelegierten eine entscheidende Rolle ein. Gibt es bei den Vorwahlen keinen klaren Favoriten können die „nicht verpflichteten Parteiführer“ – so ihre offizielle Bezeichnung – zum Zünglein an der Waage werden. Barack Obama konnte nun bei den Superdelegierten punkten. Derweil stellt Präsident Bush einen ganz anderen Rekord auf.

WASHINGTON. In den Meinungsumfragen baut Barack Obama ab, bei den Superdelegierten aber kann er zulegen. In dieser Woche hat der Senator von Illinois neun dieser nicht festgelegten Delegierten für die Wahl des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei auf seine Seite gezogen. Für Hillary Clinton entschieden sich vier der von der Partei ernannten und nicht gewählten Superdelegierten.

Damit ist der Vorsprung für Clinton in dieser möglicherweise entscheidenden Gruppe in den vergangenen zwei Monaten um die Hälfte zusammengeschrumpft. Die New Yorker Senatorin hat jetzt nur noch einen Vorsprung von 268 zu 248 Superdelegierten. Die übrigen der insgesamt rund 800 Superdelegierten sind noch unentschlossen. Einschließlich der bereits festgelegten Superdelegierten führt Obama jetzt mit 1 736 zu 1 602 Stimmen beim Nominierungsparteitag Ende August in Denver.

In der Öffentlichen Meinung aber hat Obama zuletzt deutlich an Rückhalt verloren. Landesweit gibt es nach einer Erhebung des Forschungszentrums Pew vom Donnerstag jetzt fast eine Patt-Situation: 47 Prozent der bekennenden Wähler der Demokraten sprachen sich für Obama, 45 Prozent für Clinton aus. Ende März lag Obama noch mit zehn Prozentpunkten vorn.

Was vor den Vorwahlen am kommenden Dienstag schwerer wiegt, sind die Zahlen aus den US-Staaten, in denen die Mitglieder und Sympathisanten der Demokratischen Partei zur Stimmabgabe aufgerufen sind. In North Carolina ist die Unterstützung für Obama nach einer Umfrage des Instituts Mason-Dixon von einem ursprünglich zweistelligen Vorsprung auf 49 zu 42 Prozent zusammengeschrumpft. In Indiana, wo ebenfalls am Dienstag gewählt wird, scheint das Ergebnis weiter völlig offen.

US-Präsident George W. Bush ist indes nach Angaben des TV-Senders CNN der „unpopulärste Präsident in der modernen Geschichte der Vereinigten Staaten“.

71 Prozent der Amerikaner lehnen einer Umfrage des Senders zufolge die Politik Bushs ab, berichtete der Sender am Donnerstag. Lediglich 28 Prozent der Befragten hätten sich positiv über Bush geäußert. „Er ist unpopulärer als Richard Nixon, kurz bevor dieser im August 1974 vom Präsidentenamt zurücktrat“, sagte CNN-Kommentator Bill Schneider.

Zugleich zeige sich, dass die Unterstützung der Amerikaner für den Irakkrieg weiter zurückgehe. Lediglich 30 Prozent der Befragten unterstützen den Krieg, 68 Prozent seien dagegen.

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