US-Wahl
Palin fällt auf Stimmenimitator herein

Diesen Skandal kann John McCain nun wirklich nicht gebrauchen: Seine Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat sich von einem falschen Nicolas Sarkozy hinters Licht führen lassen und eine Einladung zur Jagd auf Babyrobben angenommen.

HB DÜSSELDORF/TORONTO. Ein kanadischer Stimmenimitator rief die republikanische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt an und gab sich als der französische Staatschef aus. Mit einem übertriebenen französischen Akzent fragte das Mitglied des Comedy-Duos „The Masked Avengers“ (Die maskierten Rächer), ob Palin mit auf eine Jagd im Helikopter kommen wolle und setzte auf französisch hinzu, dabei könnten sie Babyrobben töten. Palin antwortete: „Wir könnten eine Menge Spaß zusammen haben, wenn wir die Arbeit erledigen. So könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“

Palin gratulierte dem falschen Sarkozy außerdem zu seiner schönen Frau, Carla Bruni. Der Komiker gab das Kompliment zurück und verwies auf einen angeblichen Dokumentarfilm über Palins Leben mit dem Titel „Nailin' Paylin“. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen Pornofilm. Die offenbar ahnungslose Gouverneurin von Alaska erwiderte: „Oh mein Gott, danke!“

Dann sagte der kanadischer Komiker aus dem frankophonen Quebec: „Ich glaube, Sie werden eines Tages auch Präsidentin.“ Mit einem Lachen habe Palin daraufhin geantwortet: „Vielleicht in acht Jahren.“

Dazu kamen weitere Hiobsbotschaften für das Wahlkampfteam von John McCain: Im US-Bundesstaat Georgia haben überraschend vieler Bürger die Möglichkeit der Frühwahl genutzt. Nach Angaben der Behörden vom Samstag gab mehr als jeder dritte Wahlberechtigte vor dem eigentlichen Termin am 4. November seine Stimme ab. Den Daten zufolge waren etwa 35 Prozent der Frühwähler Schwarze. Allgemein wird davon erwartet, dass diese Gruppe überwiegend Barack Obama wählt, den schwarzen Präsidentschaftsbewerber der Demokraten.

Die US-Bürger wählen eigentlich erst am Dienstag den Nachfolger von George W. Bush. Doch haben sie in zahlreichen Bundesstaaten die Möglichkeit, bereits vor dem offiziellen Termin ihre Stimme abzugeben. In Georgia gaben nach Angaben der Wahlbehörden bis zum Ende der Frühwahl-Periode am Freitagabend rund zwei Mio. der 5,7 Mio. Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Dies würde einem Anteil von 35 Prozent entsprechen. 2004 hatte der Anteil der Frühwähler in Georgia rund 20 Prozent betragen.

Georgia wählt traditionell überwiegend republikanisch. 2004 hatte Bush dort mit rund 17 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. Jüngsten Umfragen zufolge liegt der republikanische Kandidat 2008, John McCain, in dem Bundesstaat mit vier Prozentpunkten vor Obama. Landesweit führt Obama allerdings. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage von Reuters, C-SPAN und Zogby lag er mit 49 zu 44 Prozent fünf Prozentpunkte vor McCain. Am Freitag hatte der Vorsprung des schwarzen Senators noch sieben Prozentpunkte betragen. Die Fehlermarge der per Telefon durchgeführten Umfrage beträgt etwa drei Punkte.

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