US-Wahl
Warren Buffett nennt seinen Favoriten

Warren Buffett schwankte hin und her. Monatelang wollte sich der US-Milliardär nicht festlegen – bis jetzt. Gegenüber dem Sender CNN erklärte er jetzt, welchen der beiden demokratischen Präsidentschaftskandidaten er unterstützt.

cot DÜSSELDORF. Jetzt ist es raus. Warren Buffett (77) unterstützt Barack Obama. Gegenüber CNN sagte er am Montag: „Er (Obama) ist mein Favorit.“

Der auch als „Orakel von Omaha“ bezeichnete Multi-Milliardär ist mit Hillary Clinton und Barack Obama gleichermaßen befreundet. Daher hatte er sich lange Zeit zurückgehalten bei der Frage, wen er lieber im Weißen Haus sähe. Der reichste Mann der Welt hatte im vergangenen Sommer für beide Spendenveranstaltungen abgehalten und zunächst immer wieder erklärt, er wolle sich weder auf Clinton noch auf Obama festlegen. Nun heißt es: „Da das Votum der Partei auf Obama fallen wird, soll er es auch sein.“

Zwischen den Zeilen lässt sich allerdings ablesen, dass Buffett eine Kandidatin Clinton wohl doch etwas besser gefallen hätte. So hatte er erst kürzlich gegenüber Journalisten erklärt, dass die New Yorker Senatorin „die richtige Person ist, das Land zu führen“. Buffett bot sich Clinton zudem als Berater an und leitete für ihre Kampagne Frage-Antwort-Sitzungen mit Wählern zum Thema Wirtschaft.

Die Festlegung Buffetts auf Obama kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem das Rennen der Demokraten schon entschieden ist. Hillary Clinton hat trotz großem Kampfgeist keine Chance mehr auf eine Kandidatur. Obama liegt nach Delegiertenstimmen fast uneinholbar vorn. Einschließlich der sogenannten Superdelegierten kann Obama bislang 1915 Stimmen verbuchen, Clinton kommt auf 1721.

Und der Senator aus Illinois bekommt neben Buffett noch andere prominente Unterstützung: Der Senator von West Virginia, Robert Byrd, stellte sich am Montag hinter ihn. Obama habe das nötige Temperament und den notwendigen Mut, um den Irak-Krieg zu beenden, erklärte Byrd in einem Schreiben. Byrd gehörte einst dem Ku-Klux-Klan an, hat sich von dessen Haltung inzwischen aber distanziert.

Obama, um seinen uneinholbare Position wissend, präsentierte sich im Wahlkampf zuletzt zunehmend als Kandidat seiner Partei und orientierte sich mehr am Zweikampf gegen den Republikaner John McCain als am innerparteilichen Duell mit Clinton. Am Wochenende bereitete er sich bereits darauf vor, nach den Abstimmungen in Kentucky und Oregon am heutigen Dienstag symbolisch den Anspruch auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zu erheben.

Bei einer Rede vor rund 75 000 Menschen in Oregon sprach er in der Vergangenheitsform über den Wahlkampf seiner Rivalin. Zunächst hatte Obama vor, bei einem heutigen Auftritt in Iowa die demokratische Nominierung für sich zu reklamieren. Doch davon schreckt er nun zurück. Offenbar will er nicht als derjenige dastehen, der Clinton vorzeitig aus dem Rennen gedrückt hat.

Clinton weigert sich noch immer, vor den letzten Vorwahlen am 3. Juni aus dem Rennen auszusteigen. Sie setzt auf die sogenannten Superdelegierten zum Parteitag im August, die nicht an die Abstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten gebunden sind. Die New Yorker Senatorin versucht, diese ranghohen Parteimitglieder davon zu überzeugen, dass sie bei der Präsidentenwahl im November besser gegen den Republikaner John McCain abschneiden würde.

McCain wiederum konzentriert sich schon ganz auf Obama und kritisierte ihn wegen seiner Äußerungen zur Außenpolitik. Es zeuge von Unerfahrenheit, wenn Obama sage, der Iran stelle nicht dieselbe Bedrohung dar wie früher die Sowjetunion. McCain bezog sich damit auf eine Rede Obamas im Staat Oregon am Sonntag. Dabei sagte er, dass Iran, Kuba und Venezuela eine geringere Gefahr seien als die Sowjetunion.

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