US-Wahl
„Washington Post“ will Obama als Präsidenten

Die „Washington Post“ hat sich am Freitag offiziell für den demokratischen Präsidentenkandidaten Barack Obama ausgesprochen. Die Wahl sei dem Blatt wegen des enttäuschenden Wahlkampfs seines republikanischen Kontrahenten John McCain leichtgefallen, heißt es im Leitartikel.

HB WASHINGTON. Obama besitze die „Bewunderung“ der Zeitung und habe „beeindruckende Qualitäten. Zwar gebe es wegen der geringen Erfahrungen Obamas in der internationalen Politik auch Vorbehalte und Bedenken, jedoch habe die Zeitung „enorme Hoffnungen“.

„Obama hat das Potenzial, ein großartiger Präsident zu werden“, schrieb die „Washington Post“. Ebenfalls entscheidend sei McCains „unverantwortliche Auswahl“ seiner Vizepräsidentenkandidatin Sarah Palin gewesen.

Der Senator von Illinois sei intelligent und könne schwierige Sachverhalte schnell erfassen. Obama besitze die Fähigkeit zur Aussöhnung und zur Konsensbildung. In der Innenpolitik bestehe die Hoffnung, dass der schwarze Senator eine Antwort auf die Wirtschaftskrise „mit gesundem Respekt für die Märkte“ finden könne. Er habe zugleich eine Abneigung gegen wachsende Ungleichheiten in der Gesellschaft.

In der Außenpolitik werde Obama die amerikanische Führung bewahren und den Kampf gegen Terrorismus fortsetzen. Zudem sei anzunehmen, dass Obama eine energische Diplomatie im Namen der amerikanische Werte und Interessen betreiben werde. Die großen US-Zeitungen sprechen sich traditionell im Vorfeld der Wahl für einen Kandidaten aus. Gewählt wird am 4. November.

Obama legt nach jüngsten Umfrageergebnissen auch in den US-Staaten zu, die bislang als sichere Hochburgen der Republikaner galten. Nach einer Analyse der Nachrichtenagentur ap sind für Obama bislang 264 Wahlmännerstimmen zu erwarten – für den Einzug ins Weiße Haus sind 270 erforderlich. Der Republikaner John McCain kann demnach bisher mit mindestens 185 Stimmen rechnen. In sechs Staaten mit insgesamt 80 Wahlmännerstimmen ist das Ergebnis noch völlig offen.

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