US-Wahlkampf
Barack Obama kommt nach Deutschland

Barack Obama kommt im Sommer nach Deutschland. Mit der Auslandsreise so kurz vor der Wahl will der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat offenbar sein außenpolitisches Profil schärfen. Trotzdem halten Beobachter diesen Schritt für ungewöhnlich.

HB WASHINGTON. Barack Obama will noch vor seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten Ende August nach Deutschland kommen. Die Organisatoren der Wahlkampagne des Senators aus Illinois erklärten, der Politiker wolle auf dieser Reise auch Großbritannien, Frankreich, Jordanien und Israel besuchen.

"Diese Reise wird für mich eine wichtige Gelegenheit, die Position von Ländern kennenzulernen, die Amerikas nationale Sicherheit kritisch sehen, und mit einigen unserer engsten Freunde und Verbündeten über die anstehenden Herausforderungen zu sprechen", hieß es in einer Erklärung Obamas. Frankreich, Großbritannien und Deutschland seien Schlüsselpartner im atlantischen Bündnis.

Es ist ungewöhnlich, dass ein US-Präsidentschaftskandidat so kurz vor dem Wahltermin noch ins Ausland reist. Obama hatte bereits im vergangenen Jahr einen Besuch in Europa erwogen, wegen des harten innerparteilichen Kampfes mit Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur aber letztlich darauf verzichtet. Beobachter gehen davon aus, dass Obama damit sein außenpolitisches Profil schärfen will. Denn in diesem Bereich trauen viele Amerikaner seinem republikanischen Konkurrenten John McCain mehr zu.

Obama und Clinton in trauter Einigkeit

Nach dem erbitterten Vorwahlkampf traten Obama und Clinton am Freitagabend erstmals gemeinsam bei einer Veranstaltung auf - und zwar in der Ortschaft mit dem symbolträchtigen Namen Unity (Einheit). Clinton zeigte sich in ihrer Rede überzeugt, dass Obama die Wahl im Herbst gewinnt und "den Amtseid als unser nächster Präsident ablegt".

Obama betonte, die Demokraten bräuchten sowohl Hillary Clinton als auch ihren Mann, Expräsident Bill Clinton. "Die Amerikaner brauchen ihren Einsatz, ihre Vision und ihre Weisheit in den kommenden Monaten und Jahren", sagte der Senator aus Illinois. Auch wenn Clinton und er ihren innerparteilichen Wahlkampf "mit unterschiedlichen Zielen" begonnen hätten, "haben wir gemeinsam Geschichte gemacht".

Clinton hatte Obama im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor drei Wochen den Vorzug lassen müssen. Beide Politiker fanden nach monatelangem Streit im Interesse der Parteiräson zusammen und führen jetzt gemeinsam Wahlkampf gegen den Republikaner McCain. Der jüngsten Umfrage des Gallup-Instituts zufolge lagen die beiden Kandidaten in der Gunst der registrierten Wähler mit 44 Prozent etwa gleichauf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%