US-Wahlkampf
Demokraten wollen Obama

Hillary Clinton hat es in den vergangenen Wochen probiert: Elton-John-Konzert, Schießübungs-Bekenntnisse, Kirchenlob. Doch noch immer ist kein Mittel gegen den Rivalen Barack Obama gefunden – im Gegenteil.

HB WASHINGTON. Die sechswöchige Pause bei den Vorwahlen der Demokraten nähert sich ihrem Ende. Hillary Clinton und Barack Obama bereiteten sich am Mittwoch auf ein TV-Duell in der Stadt Pennsylvania vor, das die Öffentlichkeit auf die Vorwahl im gleichnamigen US-Staat am kommenden Dienstag vorbereitet.

Clinton liegt in den Umfragen in Pennsylvania zwar vorn. Aber nur bei einem deutlichen Sieg kann sie ihre Chancen für die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei wahren.

Pennsylvania ist der größte von elf Staaten, in denen noch Vorwahlen anstehen. Bislang liegt die New Yorker Senatorin bei den Delegiertenstimmen zurück: Auf Clinton entfallen 1504, auf Obama 1640 Delegierte. Von den rund 800 nicht gewählten, sondern von der Partei ernannten „Superdelegierten“ haben bislang 254 ihre Unterstützung für Clinton, 226 ihre Unterstützung für Obama erklärt.

In der langen Pause zwischen den Vorwahlen in Mississippi und Pennsylvania stellte Clinton Obama als elitären Politiker dar, der die Berührung mit einfachen Menschen verloren habe. Obama konterte, indem er Clinton vorhielt, dass sie ein schlechtes Beispiel abgebe, wenn sie vor laufenden Kameras Whiskey trinke.

Bei der Fernsehdebatte in der Nacht zum Donnerstag könnte das Waffenrecht zu einem wichtigen Thema werden. Obama verwies darauf, dass Clinton stolz berichtet habe, wie sie auf den Knien ihres Vaters das Schießen gelernt habe. Obama hat bereits als Senator in Illinois wiederholt strengere Waffengesetze gefordert. In keinem anderen US-Staat hat aber der für das Recht auf Waffenbesitz eintretende Lobby-Verband National Rifle Association (NRA) so viele Mitglieder wie in Pennsylvania.

In der Öffentlichen Meinung haben beide Bewerber offenbar an Boden verloren, Clinton aber deutlich stärker als Obama. Eine landesweite Umfrage der Zeitung „The Washington Post“ und des Senders ABC ergab, dass 54 Prozent der Befragten eine ungünstige Meinung von Clinton haben - Anfang Januar waren es erst 40 Prozent gewesen. Obama wird hingegen von einer Mehrheit der Befragten positiv bewertet. In einer neuen Gallup-Umfrage sprachen sich 51 Prozent der befragten Sympathisanten der Demokratischen Partei für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama aus, 40 Prozent für Clinton.

Auch die Mehrheit der Demokraten in den USA will laut einer aktuellen Umfrage Obama und nicht seine Clinton ins Rennen um die US-Präsidentschaft schicken. Für Obama sprechen sich demnach 51 Prozent der Demokraten aus, für die Ex-First Lady nur 41 Prozent.

Obama werden zudem die besseren Chancen eingeräumt, sich bei den Wahlen im November gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Senator John McCain durchzusetzen. 62 Prozent der Demokraten denken, dass Obama eher gewinnen kann als Clinton. Anfang Februar waren es nur 42 Prozent.

Auf die Frage, wer führungsstärker ist, antworteten in der Umfrage des Fernsehsenders ABC und der „Washington Post“ 49 Prozent mit Clinton und 44 Prozent mit Obama. Clinton verlor bei diesem Thema gegenüber der vorherigen Umfrage allerdings deutlich. Im Februar hatten noch 58 Prozent der Befragten sie als führungsstärker bezeichnet.

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