US-Wahlkampf
„Drill-Baby“ regiert Alaska mit harter Hand

"Auf einmal fand hier richtige Politik statt" - Sarah Palin hat in ihren 21 Monaten als Gouverneurin von Alaska tiefe Spuren hinterlassen. Die gelernte Sportjournalistin hält sich besonders zu Gute, das "old boys network" aufgebrochen zu haben.

HOUSTON. Seit 21 Monaten ist Sarah Palin Gouverneurin von Alaska, zuvor saß sie in der Öl- und Gaskommission des Landes und war Bürgermeisterin von Wasilla. Nicht der Nabel der Welt, aber in ihrem Staat hat der neue Star der Republikaner Furchen gezogen. "Sie machte Dinge, von denen man in einer Kleinstadt noch nie etwas gehört hatte", zitiert die "New York Times" die Lokaljournalistin Victoria Naegele. "Auf einmal fand hier richtige Politik statt."

In ihren ersten Wahlkampf zog die gelernte Sportjournalistin 1996 mit klaren Vorstellungen. Bislang war die Mayor-Wahl in Wasilla eine informelle Angelegenheit. Doch die damals 32-jährige Hockey-Mum zog mit von den Republikanern bezahlten Anzeigen und ihrer Haltung für die Waffenlobby sowie gegen die Abtreibung ins Feld. Nach der Wahl sorgte sie dafür, dass einige leitende Angestellte bis hin zum Polizeichef ihren Job aufgaben. Palin senkte die Eigentumsteuer, verbesserte Straßen und Abwassersystem, verstärkte die Polizei. Aus dem 5 000-Seelen-Dorf Wasilla wurde eine boomende Vorstadt von Anchorage mit 10 000 Einwohnern.

Doch Palins Fiskalpolitik war nicht so strikt, wie sie heute behauptet. In ihrer zweiten Amtszeit erhöhte die Bürgermeisterin die lokale Umsatzsteuer um einen halben Prozentpunkt, um damit eine 15 Mill. Dollar teure Sporthalle zu bauen. Wie versprochen senkte sie ihr Gehalt von 68 000 auf 64 000 Dollar, schuf aber eine neue Stelle für einen Verwaltungschef. Die von John McCain als Beispiel für die Verschwendung von Steuergeldern verspottete "bridge to nowhere" - eine geplante Brücke zwischen dem Ort Ketchikan und dem Flughafen auf der Insel Gravina - unterstützte Palin zunächst. Sie reiste jedes Jahr nach Washington, um den Kongress zu bearbeiten. Erst als Gouverneurin stoppte sie das Projekt, nachdem klar war, dass Washington es nicht wie erhofft mit 223 Mill. Dollar unterstützen würde.

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