US-Wahlkampf
„Es ist noch nicht vorbei“

Die einstige Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Demokraten, Hillary Rodham Clinton, hat schwer zu kämpfen. Doch aufgeben will die ehemalige First Lady noch nicht, Sie setzt ihre Hoffnungen jetzt auf die bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio.

HB WASHINGTON. Noch vor einem Jahr sah die Welt für die demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Rodham Clinton und Barack Obama ganz anders aus. Clinton machte Witze darüber, ob sie nach ihrem Sieg ihren Ehemann Bill zum Außenminister machen könne, und Obama warnte vor zu viel Euphorie um seine Kandidatur. „Seien wir ehrlich“, sagte er. „Der Reiz des Neuen wird verfliegen.“ Seitdem ist viel passiert. Die einstige Favoritin Clinton hat schwer zu kämpfen, während Obama von einer Welle der Begeisterung von Sieg zu Sieg getragen wird.

„Es gibt da ein Problem mit der Zwangsläufigkeit“, sagte der frühere Parteivorsitzende der Demokraten in South Carolina, Dick Harpootlian, der Obama unterstützt. „Sie wird fast nie wahr.“ Als Clinton im Januar 2007 ihre Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur angekündigte, überstrahlte sie schnell mögliche Rivalen wie Joe Bidden, Chris Dodd und Bill Richardson. „Ich will gewinnen“, erklärte Clinton. Und sie hatte das Geld, um ihre ehrgeizigen Pläne umzusetzen.

„Ich glaube nicht, dass irgendjemand sie aufhalten kann“, sagte der New Yorker Geschäftsmann John Catsimatidis, ein Mitglied ihres Finanzteams, im Februar 2007. „Sie ist nicht aufzuhalten.“ Ihre demokratischen Gegner ließen sich jedoch nicht beeindrucken - und die Öffentlichkeit auch nicht.

Als Clintons Gegner erwies sich Obama. Er will der erste schwarze Präsident des Landes werden, er bietet ein unverbrauchtes Gesicht und eine Botschaft von Hoffnung und Veränderung. Sein erster Besuch im US-Staat New Hampshire löste seinen solchen Wirbel aus, dass sogar Obama selbst von einem Hype sprach, von seinen 15 Minuten Ruhm. Im Januar 2007 gab er seine Bewerbung bekannt und bewies, dass er kein vorübergehendes Phänomen war.

Obama verwandelte seinen kurzen politischen Lebenslauf nach zwei Jahren als Senator in einen Vorteil: Er betonte, es sei Zeit für eine neue Generation an der Macht. Hinzu kam seine Fähigkeit beim Spendensammeln. Er zog 2007 in den ersten drei Monaten Dollar für Dollar mit Clinton gleich und überholte sie in den folgenden Monaten sogar. Bis Jahresende hatten beide mehr als 100 Millionen Dollar (66 Millionen Euro) gesammelt.

Clinton bemühte sich dennoch, ihr Image als einzig mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten aufrechtzuerhalten. Im Juli beschrieb sie Obama als „unverantwortlich und offen gesagt naiv“ im Bereich der Außenpolitik. Im September trat sie an einem Sonntag in fünf Fernseh-Talkshows auf und brachte sieben Mal den Satz „wenn ich Präsidentin bin“ unter.

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