US-Wahlkampf
Konservative wenden sich von McCain ab

Die schlechten Nachrichten für John McCain reißen nicht ab. Zwei Wochen vor dem Wahltermin am 4. November häufen sich die prominenten Wahlempfehlungen für den Demokraten Barack Obama, der in den Umfragen weit vorne liegt und dessen Kampagnenkasse überquillt. Im gemäßigten und im sozialkonservativen Flügel der Republikaner wächst die Kritik - selbst in den Hochburgen wird es für den Senator eng.

WASHINGTON. Jetzt kündigen auch noch wichtige Vertreter der Konservativen dem Republikaner McCain die Gefolgschaft auf - Colin Powell ist nur die Spitze des Eisbergs.

Schon vor dem Donnerschlag der Unterstützung für Obama durch Ex-Außenminister Powell hatten prominente Publizisten die Fronten gewechselt. Dabei fällt auf, dass McCain bei zwei sehr unterschiedlichen Lagern des konservativen Flügels in Ungnade gefallen ist. Die eher moderaten Republikaner kritisieren, dass McCain zu sehr dem Mainstream der Partei folge und seinen unabhängigen Charakter verleugne. Der konservative Flügel wiederum geißelt ihn für seine wirtschaftspolitische Inkonsistenz.

Der gemäßigte Republikaner Powell hatte am Sonntag unter anderem deshalb die Wahl von Obama empfohlen, weil ihn die Wahlkampfstrategie von McCain irritiert. Die Angriffe auf Obama wegen dessen einstiger Nähe zu dem Radikalen Bill Ayers seien völlig überzogen, argumentierte der Ex-Außenminister. Zudem ließ die Entscheidung für Sarah Palin als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten bei Powell die Zweifel am Urteilsvermögen des Senators aus Arizona wachsen. Tatsächlich hat die 44-jährige Gouverneurin aus Alaska bis heute noch keine einzige Pressekonferenz gegeben - offenbar aus Sorge, sie könne dabei all zu viel Unkenntnis enthüllen. "Ich glaube nicht, dass sie bereit ist, Präsidentin der USA zu sein", sagte Powell. Doch genau das sei die Funktion des Vizepräsidenten.

Auch für den konservativen Publizisten Christopher Hitchens war es die Wahl von Palin, die diesen von McCain abbrachte. Hitchens sieht in der Entscheidung für Palin vor allem den Versuch, die Scheinwerfer von Obama abzulenken - doch weniger eine Wahl für politische Substanz. Sollte sich Palin bis zum Wahltag tatsächlich kein einziges Mal den Fragen der Presse stellen, dann sei dies "beispiellos".

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