US-Wahlkampf
Lobby-Arbeit für Airbus setzt McCain unter Druck

Unruhe im McCain-Team: Führende Wahlkampfberater des republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben sich im vergangenen Jahr als Lobbyisten für den Airbus betätigt. Auch McCain selbst soll sich engagiert haben. Das dürfte angesichts des aktuellen Streits um einen lukrativen Tankerflugzeug-Auftrag zwischen dem Airbus-Mutterkonzern EADS und der amerikanischen Boeing für Ärger sorgen.

HB WASHINGTON. Zwei der Berater stellten ihre Lobby-Arbeit für Airbus zwar ein, als sie sich dem Wahlkampfteam von John McCain anschlossen. Ein dritter, der ehemalige texanische Abgeordnete Tom Loeffler, vertrat jedoch auch noch als Finanzchef des Wahlkampfteams die Interessen der Airbus-Muttergesellschaft EADS. McCain war selbst an den jahrelangen Bemühungen des Pentagons beteiligt, das Geschäft zustandezubringen. Die Entscheidung über den Auftrag für 179 Tankflugzeuge fiel erst Anfang dieses Monats.

Die Tätigkeit der McCain-Berater mache keinen guten Eindruck und werfe auch ein schlechtes Licht auf den Präsidentschaftskandidaten, sagte Richard Aboulafia von der Luftfahrtberatungsgesellschaft Teal. Schließlich sei McCain immer als Verfechter von Transsparenz und Reformen eingetreten. McCain sagte zu den Vorwürfen, er habe sich lediglich für einen fairen Wettbewerb mit gleichen Voraussetzungen eingesetzt.

Der Boeing-Vorstandsvorsitzende Jim McNerney kritisierte dagegen, dass in dem Verfahren für den Airbus-Auftrag der US-Luftwaffe im Wert von 35 Milliarden Dollar einiges schief gelaufen sei. Der US-Flugzeugbauer wird sich gegen die Vergabe eines milliardenschweren Auftrags durch die US-Luftwaffe an den europäischen Konkurrenten EADS wehren. Das Unternehmen werde am Dienstag bei der zuständigen US-Behörde einen formellen Protest einlegen, teilte das Unternehmen mit.

Ende Februar hatte die US-Luftwaffe völlig überraschend den 40- Milliarden-Dollar-Auftrag zur Lieferung von 179 Tankflugzeugen an die Airbus-Mutter vergeben. Brancheninsider hatten es als Sensation gewartet, dass das europäische Unternehmen bei einem so großen militärischen Projekt den Vorzug bekam.

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