US-Wahlkampf
McCain will mit russischer Hilfe Obama besiegen

Der US-Wahlkampf treibt seltene Blüten: Das Wahlkampfbüro des Republikaners John McCain hat einen Brief mit einer Bitte um Spenden an den russischen UN-Botschafter geschickt. Zugleich wurden Korruptionsvorwürfe gegen den Republikaner laut.

HB NEW YORK. In dem Brief von McCains Wahlkampfbüro heißt es, mit 35 bis 5000 Dollar könne Witali Tschurkin den Sieg über den Demokraten Barack Obama sichern helfen, hieß es in dem Schreiben. McCain werde „immer die Stärke, die Ideale, die Zukunft“ Amerikas an erste Stelle setzen. Die Botschaft erklärte in einer knappen Stellungnahme, Russland finanziere keine politischen Aktivitäten im Ausland. Ein Vertreter von McCain - der für seine Russlandkritik bekannt ist - sprach am Montag von einem „Fehler in der Namensliste“. US-Kandidaten dürfen keine Spenden aus dem Ausland annehmen.

Der US-Bestseller-Autor John Grisham warf indessen McCain vor, in ein System von Korruption verstrickt zu sein. In seiner Amtszeit als Senator habe der 72-Jährige schon früher im Interesse der Öl- Lobby Politik betrieben, sagte Grisham der Zeitschrift „Brigitte“. McCains jetzige Unterstützung für Bohrungen in Naturschutz-Gebieten sei aber besonders bedenklich, weil er sich zuvor klar dagegen ausgesprochen habe.

„Wenn der Senat darüber abstimmt, ob man Offshore-Bohrungen zulassen sollte, dann schauen Sie mal auf die Summen, die Ölkonzerne wie Exxon oder Chevron den Senatoren gespendet haben. Und raten Sie mal, wofür die Abgeordneten dann stimmen“, sagte Grisham. „Dies ist nicht illegal, weil wir dieses System legalisiert haben“, meinte der weltbekannte Schriftsteller. „Aber es ist korrupt, es dreht sich alles ums Geld, mit dem die Politiker manipuliert werden.“

Dabei seien Geld und Reichtum kaum geeignet, den Charakter eines Menschen zu ändern, vermutete Grisham, der durch seine Bücher selbst zu großem Wohlstand gelangte. „Ich denke, Geld und Erfolg erlauben einem nur, der Mensch zu sein, der man ohnehin ist.“ Wenn man sich grundsätzlich um das Wohl anderer Menschen sorge, dann könne man sein Geld dafür auch sinnvoll einsetzen. „Auf der anderen Seite macht Geld aus einem Arschloch ein richtig fieses Arschloch.“

Der Autor zahlreicher Justiz-Thriller und frühere Anwalt hofft auf einen Sieg von McCains demokratischem Rivalen Barack Obama bei den Wahlen am 4. November. „Ich glaube, dass er es schaffen kann.“ Ein Erfolg Obamas sei auch wichtig, um den Einfluss der Republikaner auf den Obersten Gerichtshof in Washington zu brechen. (Der Beitrag lag dpa vorab in redaktioneller Fassung vor.

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