US-Wahlkampf
McCain will Steuern weiter senken

Der Wahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain ist im vollen Gang. Immer wieder auf den Agenda: die Wirtschaftspolitik. Vor allem beim Thema Steuern liegen große Unterschiede zwischen beiden Kontrahenten. McCain will mit niedrigeren Unternehmenssteuern punkten. Dass er damit an der Politik des zuletzt unbeliebten George W. Bush festhält, nutzt Obama prompt für eine scharfe Attacke.

HB WASHINGTON. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten Barack Obama hat seinen republikanischen Kontrahenten John McCain scharf in Wirtschaftsfragen attackiert. "Wer für John McCain stimmt, wird eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik von (US- Präsident George W.) Bush erleben", sagte Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung. Der schwarze Senator befürwortet stattdessen ein Sofortpaket in Höhe von umgerechnet rund 32 Milliarden Euro zur Ankurbelung der angeschlagenen US-Wirtschaft sowie Steuersenkungen für die Mittelschicht. Das McCain-Lager hielt dem entgegen, Obama ziele auf allgemeine Steuererhöhungen ab.

Wie aus einer Rede hervorgeht, die McCain am Dienstag halten wollte, möchte er die Unternehmen schnell von den "weltweit zweithöchsten" Abgaben befreien, um die Attraktivität des Standorts USA und Arbeitsplätze zu sichern.

Diese Politik wird den Konzernen nach Ansicht Obamas Erleichterungen in Höhe von zwei Billionen Dollar einbringen. Der Senator aus Illinois hatte indes angekündigt, die Unternehmen und ihre Gewinne stärker besteuern und den Mindestlohn anheben zu wollen. Vor allem die Ölkonzerne sollten im Falle seines Wahlsiegs mit zusätzlichen Steuern belastet werden. Mit dem Geld wolle er Familien unterstützen, deren Energiekosten und andere Rechnungen in die Höhe geschossen seien.

McCain hingegen will den Mittelstand auf andere Weise entlasten. Er möchte ein alternatives Einkommensteuersystem einführen, durch das die rund 25 Millionen mittelständischen Familien bis zu 2000 Dollar pro Jahr sparen können. Die US-Bürger sollen es sich aussuchen können, ob sie nach seinem oder dem bestehenden System besteuert werden wollen.

Der Republikaner will im Falle seiner Wahl zudem auch die Konzernmanager und deren hohe Gehälter ins Visier nehmen. Da einige von ihnen mitverantwortlich für die internationale Krise an den Finanzmärkten seien, sollten sie unter die Aufsicht einer Bundesbehörde gestellt werden. Ihre Gehälter möchte er ferner an die Zustimmung der Aktionäre koppeln.

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