US-Wahlkampf
Michelle Obama – die polarisierende Powerfrau

Es ist eine Premiere. Den demokratischen Parteitag eröffnet in diesem Jahr zum ersten Mal eine Frau: Michelle Obama. Im Hintergrund bewegt sie sich ungern. Michelle Obama ist karrierebewusst, unverblümt und sehr, sehr ehrgeizig. Sie will ihrem Mann helfen, der erste schwarze US-Präsident zu werden – könnte ihm aber auch zur Last werden.

DENVER/DÜSSELDORF. Selbstbewusst, diszipliniert, unverblümt, sportlich und sehr, sehr ehrgeizig – einige der positiven Eigenschaften, die Michelle Obama nachgesagt werden. Großmäulig, unorthodox und vor allem unpatriotisch, meinen dagegen ihre Kritiker. Keine Frage, die Gattin des designierten Präsidentschaftsbewerbers der Demokraten spaltet die Gemüter.

Doch nur wenige Wähler wissen etwas über sie. Das soll ihre Rede zum Auftakt des Parteitags der US-Demokraten am heutigen Montagabend ändern – die Strategen der Demokraten setzen große Hoffnungen darauf, dass gerade sie Barack Obama zum entscheidenden Wahlsieg im November verhelfen kann.

Auch wenn seine Frau nicht allen Amerikanern ans Herz gewachsen ist – Barack Obama kann ihre Hilfe gut gebrauchen. Mit jedem Tag arbeitet sich sein Rivale John McCain in den Umfragen näher an ihn heran. Der deutliche Vorsprung des Demokraten ist zusammen geschmolzen. Barack Obama gilt vielen Wählern als zu elitär, zu abgehoben. John McCain kommt dagegen schlagkräftiger und bodenständiger daher. Und hier kommt Michelle Obama ins Spiel. Sie ähnelt in ihrem robusten Auftreten McCain. Darin liegt, so glauben demokratische Wahlkampstrategen, ihre Stärke.

Tatsächlich ist die Biografie der 44-jährigen Powerfrau eine der Geschichten, die Amerika so liebt: Michelle Robinson wuchs im Ghetto von South Chicago auf. Manchmal reichte das Geld nicht, um die Medikamente für ihren Vater zu zahlen, der unter Multipler Sklerose litt. Dennoch war sie eine hervorragende Schülerin, übersprang eine Klasse und studierte als Stipendiatin an der renommierten Princeton University die Fächer Soziologie und afroamerikanische Studien.

1988 schloss sie ihr Jurastudium an der Harvard University ab und begann in einer Anwaltskanzlei in Chicago zu arbeiten. Dort lernte sie den Praktikanten Barack Obama kennen: Dem „Kerl mit dem komischen Namen“ stand sie zunächst skeptisch gegenüber und der spätere Präsidentschaftsbewerber musste sich einige Mühe geben, um sie zu gewinnen. 1992 heirateten die beiden. Sechs Jahre später wurde Malia geboren, 2001 ihre zweite Tochter Sasha.

Zwei Kinder hemmten die Karriere von Michelle Obama in keiner Weise. Sie stieg zur Beraterin des Bürgermeisters in Sachen Stadtplanung auf und übernahm leitende Funktionen an der University of Chicago. Vergangenes Jahr jedoch gab sie ihre Ämter und ihr sechsstelliges Gehalt auf – um Barack im Wahlkampf zu unterstützen.

Seite 1:

Michelle Obama – die polarisierende Powerfrau

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%