Archiv
US-Wahlkampf nach Bush-Nominierung voll entbrannt

Nach der Nominierung von US-Präsident George W. Bush für eine zweite Amtszeit haben Republikaner und Demokraten neue Frontalangriffe aufeinander gestartet.

dpa NEW YORK. Nach der Nominierung von US-Präsident George W. Bush für eine zweite Amtszeit haben Republikaner und Demokraten neue Frontalangriffe aufeinander gestartet.

US-Vize-Präsident Dick Cheney wollte nach US-Medienberichten bei seiner Rede am Mittwochabend auf dem Parteikonvent in New York den demokratischen Herausforderer John Kerry massiv als "konfusen und wankelmütigen Politiker" angreifen. Dagegen warf Kerry dem Präsidenten auf einer Rede vor Veteranen vor, dass der Extremismus wegen dessen verfehlter Irak-Politik an Schubkraft gewonnen habe. Mit einer richtigen Politik sei der Krieg gegen den Terror jedoch zu gewinnen.

Begleitet von Lobreden auf seine Führungsstärke im Anti-Terror-Kampf und anhaltenden Gegendemonstrationen wurde Bush am Dienstagabend von seiner republikanischen Partei offiziell für eine zweite Amtszeit nominiert. Zuvor hatten Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Bushs Ehefrau Laura den Parteitag begeistert.

Bei den seit Tagen anhaltenden Protesten sind nach Polizeiangaben seit dem Wochenende rund 1700 Anti-Bush-Demonstranten festgenommen worden. Am Mittwoch bildeten mehrere Tausend Menschen eine Menschenkette, um gegen den Verlust von Mill. Arbeitsplätzen seit Amtsantritt der Bush-Regierung zu protestieren.

In einer stark patriotisch geprägten Rede würdigte Schwarzenegger Bush als führungsstarken Politiker und warb zugleich um die Stimmen der Einwanderer. Der gebürtige Österreicher nannte Bush vor den 10 000 Delegierten und Gästen einen Führer, der "nicht wankt, nicht schwankt und nicht klein beigibt". Das Land habe sich erholt von den Terroranschlägen des 11. Septembers und sei wieder in der Offensive "dank der Beharrlichkeit, des Charakters und der Führungsstärke" des Präsidenten, sagte Schwarzenegger bei seinem ersten landesweit vom Fernsehen übertragenen Auftritt auf nationaler Bühne seit seiner Wahl zum Gouverneur von Kalifornien.

Die Frau des Präsidenten, Laura Bush, betonte zum Ende des zweiten Tages des Konvents die Anstrengungen ihres Mannes, das Land zu schützen und den Terror zu besiegen. Den Krieg im Irak verteidigte die "First Lady" als unvermeidlich. "Er (der Präsident) wollte den Krieg nicht beginnen, aber er wusste, dass die Sicherheit der Welt davon abhängt", sagte sie. Es sei wie schon für die Generation ihrer Eltern im Kampf gegen Nazi-Deutschland auch diesmal um Freiheit und "die Sicherheit Amerikas und der Welt" gegangen.

Hauptredner am Mittwochabend war Vize-Präsident Cheney, der mit seiner Rede den für Donnerstag geplanten Auftritt von Bush auf dem Parteikonvent vorbereitete. Nach US-Medienberichten wollte Cheney dabei einen Frontalangriff auf den demokratischen Herausforderer Kerry starten. Im Laufe des Mittwochs sollte Bush nach Parteiangaben in New York eintreffen, wo er die Ereignisse auf dem Parteikonvent am Fernseher in seinem Hotel in Manhattan verfolgen wollte.

Kerry hatte bei seiner Rede vor Veteranen in Nashville (US- Bundesstaat Tennessee) Bush vorgeworfen, warnende Hinweise und gute Ratschläge in der Irak-Politik in den Wind geschlagen zu haben. Als Ergebnis hätten Terroristen - anders als zuvor - ein sicheres Rückzugsgebiet im Irak und die USA seien sogar gezwungen, jenen Zugeständnisse zu machen, die US-Truppen angriffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%