US-Wahlkampf
Obama kritisiert McCains Angriffe

Der Kampf ums Weiße Haus wird mit immer härteren Bandagen geführt: Der designierte republikanische Kandidat John McCain vergleicht in einem Fernsehspot seinen Kontrahenten Barack Obama mit den beiden Skandal-Promis Paris Hilton und Britney Spears.

HB WASHINGTON. Der wesentlich jüngere demokratische Bewerber konterte, McCain falle nichts anderes als eine Angstkampagne unter dem Motto ein, er sehe nicht "wie alle anderen Präsidenten auf Dollarscheinen aus".

McCain und Präsident George W. Bush haben versucht, den gerade seine erste Amtszeit als Senator in Washington absolvierenden Obama als unerfahrenen Politiker darzustellen, der die USA nicht angemessen auf der Weltbühne und als Oberbefehlshaber der Streitkräfte repräsentieren könne.

In einem McCain-Fernsehspot heißt es nun: "Er ist der berühmteste Prominente der Welt, aber kann er auch ein Land führen?" Zu sehen sind in dem seit Mittwoch laufenden Spot Bilder von Obamas umjubelten Auftritt vor 200 000 Menschen in Berlin, dazwischen tauchen immer wieder Aufnahmen von Spears und Hilton auf.

Dies sei nur neueste Beweis für McCains negative Kampagne, konterte Obama den Angriff. Sein Wahlkampfteam holt zum Gegenschlag aus: In neuen Spots wird McCain mit seinem republikanischen Parteifreund, dem scheidenden und dem unpopulären Bush gezeigt.

Der Vorwurf an McCain: Er stehe "für die Politik der Vergangenheit". Bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwoch sagte Obama: "Niemand denkt, dass Bush und McCain eine wirkliche Antwort auf die Herausforderungen haben, denen wir uns stellen müssen.

Also versuchen sie, Ihnen Angst vor mir zu machen." Man wolle den Wählern einreden, dass er nicht patriotisch genug sei, dass er einen komischen Namen habe, dass er nicht "wie alle Präsidenten auf den Dollarscheinen aussehe."

Die Präsidenten auf den Dollarscheinen sind weiß und älter als Obama. Sein Sprecher Robert Gibbs sagte, mit Rasse habe diese Äußerung nichts zu tun. Obama habe nur beschreiben wollen, dass er neu in der politischen Szene sei. Der 71 Jahre alte Politikveteran McCain kann es in Sachen Popularität beileibe nicht mit seinem 46-jährigen Widersacher aufnehmen.

Obama hat keine Probleme, Wahlkampfspenden einzusammeln und im In- und Ausland Zuhörermassen in seinen Bann zu ziehen. Der auf der Bühne in Washington noch immer als Neuling geltende Senator aus Illinois räumt aber selbst ein, dass die größte Herausforderung für ihn darin besteht, das Wahlvolk dazu zu bringen, in ihm auch einen Präsidenten zu sehen.

"Es ist ein großer Schritt, einen 46 Jahren schwarzen Kerl namens Barack Obama zu wählen", sagte er am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt in Missouri.

Paris Hilton reagierte verschnupft auf die Verwendung ihres Bildes im Wahlkampfspot gegen Obama. "Miss Hilton wurde weder gefragt, noch gab sie ihre Erlaubnis dazu, dass ihr Bild in der Anzeige verwendet wird. Darüber hinaus gibt es keinen Kommentar", erklärte ihr Sprecher.

Obama findet es offenkundig nicht witzig, mit der Hotelerbin in einen Topf geworfen zu werden. "Ich habe diese Frau niemals getroffen", betont er.

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