US-Wahlkampf
Obama und McCain Kopf an Kopf

Das Rennen um das Weiße Haus wird immer spannender. Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat in den Umfragen zu seinem demokratischen Rivalen Barack Obama aufgeschlossen. Der dämpft derweil die Erwartungen an seinen Auftritt auf dem Nominierungsparteitags der Demokraten in Denver.

HB DENVER. Das Rennen um das Weiße Haus wird immer spannender. Nach einer neuen Umfrage des TV-Senders CNN liegen der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama und sein republikanischer Rivale John McCain gleichauf bei 47 Prozent der Wählerstimmen. Noch vor einem Monat habe Obama mit sieben Prozentpunkten deutlich vorn gelegen, berichtete CNN wenige Stunden vor Beginn des Nominierungsparteitags der Demokraten in Denver (Colorado) am Montag.

Hauptursache für den Rückgang Obamas sei die Unzufriedenheit unter den Anhängern der Ex-First-Lady Hillary Clinton, die bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Obama knapp unterlegen war. Laut CNN erklärten 27 Prozent der Clinton-Anhänger, bei der Präsidentwahl im November nicht für Obama, sondern für McCain stimmen zu wollen. Noch Ende Juni hätten lediglich 16 Prozent damit gedroht, für den Republikaner zu votieren.

Obama selbst dämpfte derweil die Erwartungen an seine Antrittsrede, die er am Donnerstag in Denver halten will. Er werde vielleicht nicht so gut wie die anderen drei Hauptredner sein, sagte Obama am Sonntag vor Journalisten. „Aber hoffentlich werden die Alternativen deutlich, die das amerikanische Volk im November haben wird.“

An jedem Tag des Parteitags in Denver ist eine Hauptrede geplant - am Montag Barack Obamas Frau Michelle, am Dienstag die New Yorker Senatorin Hillary Clinton und am Mittwoch Senator Joe Biden, der von Obama als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten berufen wurde. Obamas Rede im Anschluss an die offizielle Wahl zum Präsidentschaftskandidaten bildet den Abschluss des Parteitags.

Der Erwartungsdruck auf Obama ist hoch. Als erster demokratischer Präsidentschaftskandidat dunkler Hautfarbe wird er von 75 000 Zuhörern in einem Stadion in Denver und 20 Millionen an den Fernsehgeräten genau beobachtet. Zusätzliches Gewicht erhält die Rede noch dadurch, dass ihr Termin auf den 45. Jahrestag der historischen „I Have a Dream“-Rede von Martin Luther King fällt.

Clinton will ihre Delegiertenstimmen während des Parteitags Obama übergeben und so ein Zeichen für die Einigkeit der Demokraten setzen. Wie aus Parteikreisen verlautete, will sie die von ihr in den Vorwahlen gewonnenen Delegierten am Mittwoch von ihrer Abstimmungsverpflichtung entbinden. Die Frau von Expräsident Bill Clinton hatte sich nach fünf Monaten eines erbitterten innerparteilichen Wahlkampfs erst am 3. Juni geschlagen geben müssen.

Mit ihrer jetzt auf Zusammenarbeit bedachten Haltung demonstriert Clinton nach Ansicht von Beobachtern ihre weitere Politikfähigkeit. Viele ihrer Anhänger wollen, dass sie sich bei einer künftigen Wahl erneut um die Präsidentschaftskandidatur bewirbt.

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