US-Wahlkampf
„Robocalls“ sollen McCain retten

„Hallo. Ich rufe im Namen John McCains und der Republikaner an, weil Sie wissen müssen, dass Barack Obama sehr eng mit dem Terroristen Bill Ayers zusammengearbeitet hat, dessen Organisation das US-Kapitol, das Pentagon und das Haus eines Richters mit Bomben attackierte und Amerikaner tötete…“ – wer diese Computerstimme in den USA derzeit am Telefon hört, ist ein umworbener Wähler.

HB DÜSSELDORF. Nach dem für ihn wenig erfolgreichen TV-Duell am Mittwoch unternimmt US-Präsidentschaftskandidat John McCain letzte Versuche, um noch Stimmen zu gewinnen. In einer automatisierten Anrufaktion bringt er seinen Wahlkampfkonkurrenten, den Demokraten Barack Obama, mit Terroristen in Zusammenhang. Doch die neue Kampagne wird nicht von allen Adressaten positiv aufgenommen.

Solche automatisierten Marketing-Anrufe, im Amerikanischen abwertend als „robocalls“ bezeichnet, sind im Wahlkampf McCains ein beliebtes Mittel, um auf Stimmenfang zu gehen. Amerikanischen Medienberichten zufolge haben die Republikaner allein im letzten Monat zwölf verschiedene Textversionen eingesetzt. Die Anrufe sollen Wähler in den Bundesstaaten Colorado, Iowa, Michigan, Minnesota, Missouri, New Mexiko, North Carolina, Virginia und Wisconsin motivieren, ihre Stimme McCain zu geben. Die „robocalls“ häuften sich besonders stark nach dem letzten TV-Duell der beiden Präsidentschaftskandidaten am Mittwoch.

Viele amerikanische Politiker halten solche Anrufe für das beste Medium, um Wähler zu beeinflussen. Auch der Kandidat der Demokraten, Barack Obama, setzt sie ein, allerdings weniger häufig als McCain.

Die neuste Version der Republikaner, die Obama mit dem einstigen Terroristenfreund Bill Ayers in einen Zusammenhang bringt, wird in den USA als besonders radikal angesehen. Gleichwohl ist der Vorwurf, Obama mache mit Terroristen gemeinsame Sache, nicht neu. Sowohl McCain als auch seine Vizepäsidentschaftskandidatin Sarah Palin haben Obama schon mehrfach bezichtigt, terroristische Kontakte unterhalten zu haben.

Die linksliberale Online-Zeitung „The Huffington Post“ hat ihre Leser aufgefordert, sich zu melden, wenn sie Anrufe dieser Art erhalten. Zahlreiche Leser haben bereits an dieser Aktion teilgenommen und verurteilten die Wahlkampfkampagne aufs Schärfste.

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